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"Curiosity": Neue Mission auf dem Weg zum Mars

Foto: NASA/ JPL-Caltech

Suche nach Lebensspuren Marssonde soll in Riesenkrater landen

Unmittelbar nach dem Ende des Shuttle-Programms übt sich die Nasa in Aktionismus - und legt das Ziel für ihre nächste unbemannte Marsmission fest. Die Landesonde "Curiosity" soll in einem riesigen Krater nach Spuren einstiger Lebensformen schnüffeln.

Washington - Seit langem spekulieren Wissenschaftler über Spuren früheren Lebens auf dem Mars. Die nächste Landesonde der Nasa soll nun endlich Gewissheit bringen. Die US-Weltraumbehörde gab am Freitag bekannt, dass "Curiosity" im Gale-Krater südlich vom Äquator des Roten Planten nach Lebensspuren suchen wird. Die nach einem australischen Astronomen benannte Formation misst etwa 150 Kilometer im Durchmesser - und ist mit mächtigen Sedimentpaketen gefüllt, die sich in einem Zeitraum von zwei Milliarden Jahren angesammelt haben.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Nasa das Ziel für "Curiosity" unmittelbar nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms verkündet. Die Raumfahrtmanager wollen der Öffentlichkeit beweisen, dass sie weiter an der Erforschung unserer kosmischen Nachbarschaft arbeiten. "Wir haben Mars fest im Blick", sagt Nasa-Chef Charles Bolden. Die neue Sonde - weit größer und schwerer als jedes Mars-Gerät vor ihr - werde nicht nur einen "Schatz wissenschaftlicher Daten" liefern, sondern auch "als Vorläufermission einer menschlichen Erkundung" des Planeten fungieren.

Die unbemannte Marsmission soll Ende November starten und Anfang August 2012 am Roten Planeten ankommen. Dann soll "Curiosity" rund zwei Erdenjahre lang mit zehn Messgeräten Daten sammeln. Es geht um die Frage, ob es in der Gegend einmal einfache Lebensformen wie Bakterien gegeben haben könnte. Die Nasa hatte zuletzt drei potentielle Ziele in die engere Auswahl genommen. Der Gale-Krater erschien den Forschern nun als interessantester Untersuchungskandidat.

Der Rover, der bis vor einiger Zeit noch "Mars Science Laboratory" hieß, soll im Bereich eines sogenannten Schwemmkegels landen. Auf der Erde entsteht solch eine Ablagerungsformation zum Beispiel an der Mündung von Flüssen. Der Schwemmkegel bildet sich an Stellen, wo die Fließgeschwindigkeit des Wassers sinkt, weil das Gefälle fehlt. Damit können die Sedimente nicht mehr so schnell abtransportiert werden.

Die Nasa-Experten gehen davon aus, dass auch der Schwemmkegel im Gale-Krater einst durch flüssiges Wasser entstand. Als Beleg führen sie an, dass sich in den Sedimenten Tonminerale und Sulfate befinden. In den Tonmineralen, so hofft man bei der Nasa, könnten sich Spuren organischen Materials gehalten haben. Die Sulfate wiederum könnten exotischen Lebensformen als Nahrungsgrundlage gedient haben.

chs
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