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16. Oktober 2016, 12:50 Uhr

Astronomie

Suche nach dem Supermond

Der Vollmond steht in diesen Nächten besonders groß am Himmel. Doch nicht jeder kann den Supermond beobachten. Wer diesmal Wetterpech hatte, muss sich aber nur kurz gedulden.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag war Deutschland wieder geteilt: Über ungefähr zwei Dritteln des Landes strahlte ein selten großer Vollmond am Himmel, über dem restlichen Drittel war er dagegen nicht zu sehen. Östlich einer Linie von der Wesermündung bis zum Bayerischen Wald hätten Wolken den Blick in den Nachthimmel gestört, erklärte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntagvormittag.

Wo dagegen weder Wolken noch Nebel die Sicht verhinderten, war der Mond etwa 14 Prozent größer und - im Idealfall - auch 30 Prozent heller zu bestaunen als sonst. Das liegt daran, dass er der Erde in diesen Tagen besonders nahe kommt. Astronomen sprechen vom sogenannten Perigäum, der größten Annäherung des Mondes auf seiner Bahn an die Erde.

Wenn der Mond in diesem Bereich näher an der Erde unterwegs ist, wird auch mehr Sonnenlicht von der Oberfläche zu uns reflektiert. Es braucht allerdings trotzdem einige Übung, um den Supermond auch mit bloßem Auge als größer zu erkennen.

Die Mondbahn um die Erde ist - wie auch die Bahnen der Planeten um die Sonne - keine Kreisbahn, sondern eine Ellipse. Der erdfernste Punkt der Bahn wird Apogäum genannt. Dort hat der Mond einen Abstand von rund 406.000 Kilometern. Aktuell liegt die Distanz dagegen bei nur 367.600 Kilometern.

Das Wetter in der kommenden Nacht dürfte sich nicht allzu sehr von dem der vorherigen unterscheiden, heißt es beim DWD. Im Osten könnten die Chancen zur Beobachtung bis auf Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg womöglich etwas besser sein, dafür könnten ganz im Westen Deutschlands bereits wieder erste Wolken hereinziehen.

Aber keine Sorge: Wer wegen Wolken dieses Mal keinen Blick auf den Supermond erhaschen kann, muss sich nicht lange gedulden. Auch die Vollmonde Mitte November und Mitte Dezember werden ähnlich groß ausfallen - und damit als Supermonde zu beobachten sein. Wenn denn das Wetter passt.

chs

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