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Fotostrecke: Drache in den Startlöchern

Foto: John Raoux/ AP

Testflug Erste private Raumkapsel fliegt ins All und zurück

Es ist eine kleine Revolution in der Raumfahrt: Erstmals wurde eine privat gebaute Raumkapsel im All ausgesetzt und kehrte planmäßig zur Erde zurück. Bei dem Jungfernflug umkreiste das acht Tonnen schwere "Dragon"-Vehikel zweimal die Erde. In Zukunft könnte es die veralteten US-Shuttles ablösen.

Washington - Es ist ein wichtiger Schritt für die kommerzielle Raumfahrt: Erstmals ist es gelungen, eine privat entwickelte Raumfahrtkapsel im All auszusetzen, die dann planmäßig nach einem dreistündigen Testflug wieder zur Erde zurückkehrte. Eine Trägerrakete vom Typ Falcon 9 war mit der "Dragon"-Kapsel an Bord um 16.43 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgehoben.

Nach dem gelungenen Start meldet jetzt die US-Weltraumbehörde Nasa in einer Twitter-Mitteilung: "'Dragon' kreist um die Erde. Glückwunsch an SpaceX und das Team für den erfolgreichen Start."

Bei dem Jungfernflug umkreiste das acht Tonnen schwere "Dragon"-Vehikel die Erde zweimal. Zuvor hatte Falcon 9 die Raumfahrtkapsel in einer Höhe von 300 Kilometern ausgesetzt.

Trägerrakete und Kapsel wurden vom US-Unternehmen SpaceX entwickelt. Die Firma gehört dem südafrikanischen Internet-Milliardär Elon Musk, der sich auch beim Elektro-Autobauer Tesla engagiert. Nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama sollen nach dem Ende des Shuttle-Programms Privatfirmen den Transport von Astronauten und Material zur ISS übernehmen. Die Regierung will über fünf Jahre knapp fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um verlässliche und billige Transportsysteme zu entwickeln.

Rückschläge einkalkuliert

Die "Dragon"-Kapsel soll einmal bis zu sieben Mann Besatzung und mehrere Tonnen Ladung transportieren können. Nach der geplanten Ausmusterung der Space Shuttles im kommenden Jahr werden die USA zunächst über kein staatliches Programm zur bemannten Raumfahrt mehr verfügen. Wegen der hohen Kosten will die US-Regierung in der Raumfahrt künftig auch auf private Anbieter setzen. Ende 2008 hatte die NASA mit SpaceX einen 1,6 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) schweren Vertrag zur Entwicklung einer Raumkapsel abgeschlossen. Ein ähnlicher Vertrag mit der Firma Orbital Space Corporation hat ein Volumen von 1,9 Milliarden Dollar.

Im Juni war die rund 50 Meter lange und mehr als 300 Tonnen schwere Trägerrakete erstmals ins All gestartet, damals allerdings ohne Kapsel. Die aktuellen Projekte befinden sich noch in der Testphase. Sollte der Flug der "Dragon"-Kapsel als Erfolg gewertet werden, stünde als nächster Schritt eine fünftägige Mission ins All an, in deren Verlauf sich die Kapsel bis auf zehn Kilometer der Raumstation ISS nähern soll. Dem würde sich eine bemannte Mission mit Lastentransport zur ISS anschließen.

SpaceX peilt diese Missionen für 2011 an, rechnet aber nach eigenen Angaben mit der Möglichkeit von Rückschlägen. "Der Erfahrung lehrt, dass substanzielle Probleme auftreten werden", hatte SpaceX-Chefin Gwynne Shotwell am Montag erklärt. "Ich würde die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs auf 70 Prozent veranschlagen."

cib/dpa/AFP
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