"Antares" Loses Kabel verhindert Testflug von Privatrakete

Die Nasa hat ihre Space-Shuttles eingemottet, jetzt sollen Raketen privater Unternehmen zur Raumstation fliegen. Doch zehn Minuten vor dem Start zum Testflug wurde der Countdown für "Antares" gestoppt - offenbar hatte Wind ein Kabel abgerissen.

"Antares"-Rakete: Starker Bodenwind
AP

"Antares"-Rakete: Starker Bodenwind


Endlich war sie startklar. Die US-Trägerrakete "Antares" des Unternehmens Orbital Sciences soll künftig Frachten zur Raumstation ins All bringen. Nun aber wurde der geplante Testflug der Rakete in der Nacht zum Donnerstag frühzeitig abgebrochen.

Nur zehn Minuten vor dem ersten Start der Rakete berichtete ein Kommentator des Nasa-Fernsehens von technischen Problemen. Demnach war die "vorzeitige Loslösung von Verbindungsschläuchen zwischen der ersten und der zweiten Stufe der Trägerrakete" verantwortlich für den Aufschub. Voraussichtlich werde es in den nächsten beiden Tagen einen neuen Versuch geben. Die Startrampe befindet sich im Raumfahrtzentrum Wallops auf einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia.

Ungeklärt blieb zunächst, ob der starke Bodenwind das als "Nabelschnur" bekannte Datenkabel lockerte. Möglich sei auch, dass verminderter Druck in einem der beiden hydraulischen Zylinder die Panne verursachte. Die Weltraumbehörde und der Hersteller, das Unternehmen Orbital mit Sitz in Dulles (Virginia), wollten noch am Donnerstag den Termin des nächsten Testflugs festlegen. Im Gespräch sei Freitag, hieß es auf der Internetseite NASASpaceflight.com.

40 Meter lange Trägerrakete

"Antares" soll in Zukunft Frachttransporter zur Internationalen Raumstation ISS bringen, um die ISS mit Vorräten, Ersatzteilen und Materialien für wissenschaftliche Experimente zu versorgen. Die 40 Meter lange Trägerrakete wird vor allem den privaten Raumfrachter "Cygnus" ins All transportieren. "Cygnus" soll im Auftrag der Nasa in voraussichtlich acht Missionen insgesamt 20 Tonnen Fracht zur ISS liefern. Der Auftrag hat nach Nasa-Angaben ein Gesamtvolumen von rund 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,45 Milliarden Euro).

Orbital Sciences ist neben SpaceX eines von zwei privaten US-Unternehmen, die im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde Nasa Nachschub zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen sollen. Die Nasa hatte 2011 ihr Shuttle-Programm eingestellt und verfügt damit nicht mehr über eine eigene Weltraumflotte.

boj/dpa/AFP

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