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05. Dezember 2014, 17:54 Uhr

Testflug geglückt

"Orion"-Kapsel landet im Pazifik

Punktlandung im Pazifischen Ozean: Nach zwei Runden um die Erde ist die "Orion"-Kapsel sicher an Fallschirmen zur Erde zurückgekehrt. Der Hitzeschild hat den Belastungstest bei über 2000 Grad offenbar gut überstanden.

Cape Canaveral - Jubel bei der US-Weltraumbehörde Nasa: Der Jungfernflug ihres neuen Raumschiffs "Orion" ist geglückt. Nach 4,5 Stunden Flug landete die Kapsel im Pazifischen Ozean. Am Freitagmittag hatte eine Schwerlastrakete vom Typ Delta IV das neue Nasa-Raumschiff "Orion" in eine Erdumlaufbahn geschossen.

"Das ist ein großer Tag für die Welt, für Menschen, die das Weltall kennen und lieben", sagte Nasa-Chef Charles Bolden. Start und Landung waren mit viel Spannung erwartet worden, denn mit "Orion" sollen schon bald bis zu sechs Astronauten zum Mond, auf einen Asteroiden oder noch viel weiter fliegen. "Dies ist unser nächster Schritt auf dem Weg zum Mars, und es ist ein großer", sagte Nasa-Manager William Gerstenmaier vorab.

Mit "Orion" will die kriselnde Nasa wieder Aufbruchstimmung erzeugen. Die Spaceshuttles sind seit 2011 eingemottet, die bemannten Routineflüge zur Raumstation ISS führen die Russen und ab 2017 zwei Privatunternehmen aus den USA durch. Die Nasa selbst konzentriert sich derweil auf Ziele außerhalb des Erdorbits.

Lange war "Orion" nicht unterwegs. Der unbemannte Jungfernflug dauerte nur viereinhalb Stunden. Das Raumschiff drehte in dieser Zeit zwei Runden um die Erde, die erste in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern Höhe. Danach feuerte die Oberstufe der Rakete noch einmal für fast fünf Minuten, um "Orion" bis in eine Höhe von 5800 Kilometern zu katapultieren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe.

Bei dem Test wollte die Nasa unter anderem den Hitzeschild von "Orion" überprüfen, der Temperaturen von 2200 Grad Celsius beim Wiedereintritt in die Atmosphäre aushalten muss. Auch die Trennung der Kapsel von der Rakete beim Start sowie die Landung per Fallschirm im Ozean wurden erstmals getestet. Mit Spannung erwarten die Nasa-Ingenieure zudem Messungen, wie hoch die Strahlenbelastung in der Kapsel ist.

Ein erster bemannter Flug in einer "Orion"-Kapsel ist nicht vor 2021 geplant. Mitte der 2030er Jahre will die Nasa mit der Raumkapsel Menschen zum Mars befördern. Seit Ende des Shuttle-Programms 2011 sind die USA bei bemannten Flügen ins All auf russische Sojus-Kapseln angewiesen.

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