Totale Mondfinsternis Himmelsspektakel mit Hindernissen

Am Samstagnachmittag lohnt ein Blick in den Himmel - wenn das Wetter mitspielt. Astro-Fans können sich auf eine totale Mondfinsternis freuen. Gerade wer in Norddeutschland wohnt, könnte beim Beobachten durchaus Glück haben.

Kölner Dom und Mondfinsternis (2007): "Immer mal wieder Wolkenlücken"
DPA

Kölner Dom und Mondfinsternis (2007): "Immer mal wieder Wolkenlücken"


Hamburg - Der Kupfermond bietet ein beeindruckendes Spektakel - wenn man ihn denn sehen kann. Mit ein bisschen Glück können Astro-Fans am Samstagnachmittag auch in Deutschland eine totale Mondfinsternis sehen. Voraussetzung ist aber eine Lücke in der Wolkendecke. Die Chancen dafür stehen im Norden besser als im Süden, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus.

Bei dem Schauspiel taucht der Vollmond vollständig in den Schatten der Erde ein. Unser kosmischer Begleiter ist also von der Sonne aus gesehen genau hinter unserem Planeten. Er wird jedoch nicht komplett finster: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun.

Weil die Mondbahn gegen die Erdbahn leicht gekippt ist, kommt es nicht bei jedem Vollmond zu einer Finsternis. Meist wandert der Vollmond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Diesmal ist das nicht der Fall. "Wahrscheinlich werden die meisten das nicht sehen können", bedauert Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. Neben gutem Wetter sei auch ein freier Horizont Voraussetzung, um das Schauspiel am Himmel erleben zu können - so etwa am Meer oder von einem Berg aus.

Und noch etwas trübt das Vergnügen: "Bei einer totalen Mondfinsternis ist die Färbung normalerweise rötlich. Dieses Mal aber nicht, denn dazu ist der Himmel noch viel zu hell", sagt Jahn.

Die totale Mondfinsternis ist auch von Australien und Asien aus zu sehen. Den zweiten Teil des Spektakels kann man in Mitteleuropa beobachten. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten erfolgt gegen 12.32 Uhr, in den Kernschatten taucht er etwa eine Stunde später - um 13.45 Uhr - ein. Von 15.06 bis 15.58 Uhr steht der Mond dann vollständig im Kernschatten, die Finsternis ist total. Um 17.18 Uhr verlässt der Mond dann den Kernschatten der Erde.

Je weiter östlich man sich befindet, desto früher wird dort der Mond aufgehen und desto mehr wird man von der Finsternis sehen können - wenn das Wetter mitspielt. "In Süddeutschland stehen die Chancen dafür relativ schlecht", sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski. In der Mitte und im Norden sehe es besser aus. "Da gibt es immer mal wieder Wolkenlücken."

Wer kein Glück hat, muss sich etwa vier Jahre gedulden. Erst im September 2015 ist die nächste totale Mondfinsternis in Deutschland zu sehen. Entgegen dem landläufigen Eindruck sind Mondfinsternisse übrigens seltener als Sonnenfinsternisse: Auf fünf Sonnenfinsternisse kommen im selben Zeitraum im Schnitt nur etwa drei Mondfinsternisse. Weil diese aber stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

chs/dpa



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