Trotz Expertenkritik "Discovery" soll am 1. Juli starten

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will trotz der Einwände eigener Sicherheitsexperten am 1. Juli die Raumfähre "Discovery" starten lassen. Die Nasa erklärte, es gebe keinen Grund für eine Verschiebung des Termins.


Washington – Der Testflug wäre der erste seit knapp einem Jahr und erst der zweite Flug nach der "Columbia"-Katastrophe 2003. An Bord der "Discovery" wird sich auch der Deutsche Thomas Reiter befinden. Der Entscheidung über den Startermin seien zweitägige Beratungen vorausgegangen, hieß es am Samstag in Cape Canaveral. Allerdings hatten Nasa- Sicherheitsexperten weitere Änderungen am Außentank vor einem Start empfohlen. Trotz ihrer Empfehlungen hatten sie aber gegen den Starttermin kein Veto eingelegt.

Nasa-Chef Michael Griffin sagte, das Weltraumfähren-Programm würde beendet werden, falls es noch einmal einen Unfall wie damals mit "Challenger" oder "Columbia" geben würde. Die letzte Entscheidung über einen Start müsse er selbst fällen, so Griffin. Der stellvertretende Nasa-Chef Bill Gerstenmeier sagte, der Start könne noch bis zum 19. Juli verschoben werden, sollte es Probleme geben.

Sorge bereiteten vor allem Änderungen am Außentank des Shuttles. Die "Columbia"-Katastrophe war von einem Stück Tankisolierung ausgelöst worden, das beim Start abgebrochen war und das Wärmeschutzschild beschädigt hatte.

Im vergangenen Juli startete die "Discovery" erstmals wieder zur Internationalen Raumstation ISS: Nachdem es damals aber erneut Probleme mit der Isolierung gab, wurden alle weiteren Missionen auf Eis gelegt. Aus technischen Gründen musste die Nasa dann erneut den für Mai geplanten Start der "Discovery" verschieben.

hda/AFP/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.