Tscheljabinsk-Meteorit Kosmische Bombe explodiert über Großstadt

Nie zuvor hat ein Meteorit solch großen Schaden an einer Siedlung hinterlassen: Am Morgen des 15. Februar 2013 explodierte ein kosmisches Geschoss über der russischen Großstadt Tscheljabinsk. Wissenschaftler deuten es als Warnung.

Meteoritenabsturz über Tscheljabinsk: Stadt der Glassplitter
AP/ Nasha gazeta

Meteoritenabsturz über Tscheljabinsk: Stadt der Glassplitter


Am Morgen des 15. Februar registrierte die internationale Organisation zum Verbot von Nuklearversuchen das stärkste Signal seit Beginn ihrer Messungen in den neunziger Jahren. Das globale Warnsystem für Atomexplosionen zeichnete eine Knallkaskade über Russland auf. Ihre Messgeräte rund um den Globus meldeten das dumpfe, durchdringende Geräusch. Über der Großstadt Tscheljabinsk gab es einen lautet Knall: Dort war ein Meteor explodiert, mit der Sprengkraft von 600 Kilotonnen TNT.

Nie zuvor hatte ein Meteorit solch großen Schaden an einer Siedlung hinterlassen. Seine Druckwelle beschädigte rund 3700 Gebäude und zerstörte abertausende Fensterscheiben. Etwa 1500 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, meist mit Verletzungen durch zersplittertes Fenstern. Stadtteile waren mit Glassplittern übersät. Wäre die kosmische Bombe nicht in flachem Winkel, sondern steil vom Himmel gesaust, wäre er wohl nicht in der Luft zerborsten, sondern als Ganzes aufschlagen - die Katastrophe wäre gigantisch gewesen.

"Der Meteor, der über Tscheljabinsk explodierte, war ein Weckruf", sagt Zhu Qing-Yin von der University of California in Davis. Er hatte Fragmente des Geschosses chemisch analysiert. Die Gefahr solch kleinerer Steinvagabunden im All mit Durchmessern bis zu 50 Metern, die in großer Zahl in Erdnähe umherschwirren, sei unterschätzt worden. "Wenn die Menschheit nicht denselben Weg wie die Dinosaurier einschlagen will, müssen solche Ereignisse genau untersucht werden."

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boj

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