"UARS" Forschungssatellit ist in den Pazifik gestürzt

Nach seinem Absturz galt der Forschungssatellit "UARS" als verschollen. Erst jetzt hat die Nasa bekanntgegeben, wo die Reste des fünf Tonnen schweren Geräts vom Himmel gefallen sind. Kanada hat demnach doch keine Trümmer abbekommen.

"UARS" im Orbit: Satellit stürzte über dem Ozean ab
REUTERS/ NASA

"UARS" im Orbit: Satellit stürzte über dem Ozean ab


Washington - Der am Wochenende unkontrolliert auf die Erde gestürzte "Upper Atmosphere Research Satellite" (UARS) ist doch nicht spurlos verschwunden. Nach Berechnungen der US-Luftwaffe kamen die Trümmer des knapp fünfeinhalb Tonnen schweren Flugobjekts über dem Südpazifik herunter - ein fast idealer Absturzort, weit weg von jeder großen Landmasse.

Der Satellit sei über Amerikanisch-Samoain in die Atmosphäre eingedrungen, teilte die Nasa am Dienstag mit. Die ersten Teile seien dann am Samstag kurz nach sechs Uhr morgens deutscher Zeit etwa 480 Kilometer weiter nordöstlich ins Meer eingeschlagen. Als genaue Koordinaten nannte die Agentur 14,1 Grad südlicher Breite und 189,8 Grad östlicher Länge.

Am Samstag waren die Experten noch unsicher, wo die Trümmer des Satelliten, die nicht in der Atmosphäre verglühten, mit einem Gesamtgewicht von geschätzten 500 Kilogramm heruntergekommen waren. Prompt kamen Gerüchte über Sichtungen in Kanada auf - Tausende Kilometer vom eigentlichen Absturzort entfernt.

Neue Computersimulationen

Experten äußerten sich erleichtert, dass der Satellit über unbewohntem Gebiet niederging. Die Absturzstelle sei "perfekt", sagte Bill Ailor, Direktor des Center for Orbital and Reentry Debris Studies der privaten Raumfahrtfirma Aerospace Corporation. "Besser geht es nicht."

Das hatte allerdings vor allem mit Glück zu tun. Denn wäre der Satellit nur einige Minuten früher oder später in die Atmosphäre gefallen, hätte er auch bewohnte Gebiete treffen können. Der Vorfall "zeigt, was für einen Unterschied zehn oder fünfzehn Minuten machen können", sagte Jonathan McDowell, Astrophysiker an der Harvard University.

Nach Angaben der Nasa haben neue Berechnungen gezeigt, dass der Satellit mehrere Minuten früher abstürzte als zuvor erwartet. Wie man zu den neuen Ergebnissen gekommen ist, wollte die Weltraumbehörde nicht sagen und verwies an die US-Luftwaffe. Deren Sprecherin Julie Ziegenhorn erklärte, dass eine verbesserte Computersimulation den Absturzort des Satelliten genauer als zuvor ermittelt habe.

Der Satellit zur Erforschung der oberen Atmosphärenschichten war 1991 von einem Space Shuttle im All ausgesetzt worden und bis 2005 in Betrieb, ehe ihm der Treibstoff ausging. Er war der größte Nasa-Flugkörper seit 32 Jahren, der unkontrolliert abstürzte. 1979 stürzte die 68 Tonnen schwere Raumstation "Skylab"-unkontrolliert auf die Erde und im selben Jahr der über neun Tonnen schwere Satellit "Pegasus 2". 2001 wurde die russische Raumstation Mir mit einem Gewicht von über 120 Tonnen kontrolliert zum Absturz gebracht. Sie verglühte großteils, und die Reste stürzten in den Pazifik.

mbe/dapd/AP

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vostei 28.09.2011
1. So? ;)
Und jetzt sind wir mal dran: Gestatten? Rosat. http://www.n2yo.com/satellite/?s=20638 Perigee: 275.3 km Apogee: 282.4 km (Oben auf Track it now klicken.) Die ursprüngliche Bahnhöhe betrug 580 km, bevor er 1999 nach 9 Jahren Einsatz abgeschaltet wurde. 2426 kg deutsche Wertarbeit in Form eines kompakten und hitzeresistenten Roentgen-Satelliten. Ab den 11. Oktober wird es spannend. Für ihn gilt btw das Gleiche. Gestartet wurde er in Zeiten, wo man sich noch nicht so viele Gedanken über das "hinterher" machte - und versichert ist Deutschland durch eine internationale Übereinkunft. http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumhaftung
pudel_ohne_mütze 28.09.2011
2. Na dann kann man ja bei ankommenden Astroiden oder Atomraketen beruhigt sein.
Zitat von sysopNach seinem Absturz galt der Forschungssatellit "UARS" als verschollen. Erst jetzt hat die Nasa bekanntgegeben, wo die Reste des fünf Tonnen schweren Geräts vom Himmel gefallen sind. Kanada hat demnach doch keine Trümmer abbekommen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,788758,00.html
Deren Sprecherin Julie Ziegenhorn erklärte, dass eine verbesserte Computersimulation den Absturzort des Satelliten genauer als zuvor ermittelt habe. Werde heute mal die USAF anschreiben. Habe noch 2 funktionsfähige C64. Die leih ich denen dann für den Ernstfall. Kostenlos.
thymian69 28.09.2011
3. Was ich nicht verstehe...,
mittlerweile kann man eine Ameise in HD aus dem All beobachten, aber wieder einmal schafft es die Nase nicht ein 10 m langes und 500kg schweres Objekt, welches genau ortbar ist und beim Eintritt in die Atmosphäre noch leuchtet wie ein Weihnachtsbaum zu verfolgen. 3 Tage lang weiß man angeblich gar nichts und dann schwubs ist es, wie praktisch, im Pazifik verschwunden. Hoffentlich rauscht nicht mal ein Felsbrocken zu nah an uns ran..., obwohl, nach dem Einschlag wissen wir alle sofort wo das Ding runter ist...
gummiball2 28.09.2011
4. Nö, heute mal keinen Titel angeben. Immer dieses viele Getippe klaut mir einfach Zeit
Zitat von pudel_ohne_mützeDeren Sprecherin Julie Ziegenhorn erklärte, dass eine verbesserte Computersimulation den Absturzort des Satelliten genauer als zuvor ermittelt habe. Werde heute mal die USAF anschreiben. Habe noch 2 funktionsfähige C64. Die leih ich denen dann für den Ernstfall. Kostenlos.
Wäre schon eine Verbesserung. Vielleicht arbeiten die noch mit einem VC20 oder ZX81.
vostei 28.09.2011
5. Hey.
Zitat von pudel_ohne_mützeDeren Sprecherin Julie Ziegenhorn erklärte, dass eine verbesserte Computersimulation den Absturzort des Satelliten genauer als zuvor ermittelt habe. Werde heute mal die USAF anschreiben. Habe noch 2 funktionsfähige C64. Die leih ich denen dann für den Ernstfall. Kostenlos.
Das gute Stück müssen Sie nicht gleich so weit weg schicken... http://www.esa.int/esaCP/SEM7RE6UXSG_Germany_0.html Naja und dem USSTRATCOM kann mans nicht unbedingt verübeln, dass die nicht rüberrücken, wie gut oder schlecht oder unfertig ihr SBIRS ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Space-Based_Infrared_System
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