Nasa-Mission Ultima Thule sieht aus wie ein Schneemann

Die Nasa hat erste detaillierte Fotos ihrer Raumsonde "New Horizons" von Ultima Thule veröffentlicht. Der Himmelskörper besteht offenbar aus zwei Teilen.
Ultima Thule

Ultima Thule

Foto: AP/ NASA

Ein neues Bild der Nasa-Raumsonde "New Horizons" offenbart neue Erkenntnisse über den Himmelskörper Ultima Thule. Bereits bei der Annäherung aufgenommene Fotos der US-Sonde deuteten auf die Möglichkeit eines doppelten Körpers hin. Das erste detaillierte Bild vom dichten Vorbeiflug vom Dienstag bestätigt nun, dass dieser aus zwei Eiskugeln bestehe, die schließlich quasi zusammengeklebt seien, berichtete die US-Raumfahrtbehörde am Mittwoch. Ultima Thule sieht nach Angaben der Nasa-Wissenschaftler aus "wie ein Schneemann".

"New Horizons" traf Ultima Thule 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Das Ereignis stellte einen Rekord für die bisher am weitesten entfernte Erkundung eines Sonnensystemobjekts auf. Die vorherige Marke wurde auch von "New Horizons" gesetzt, als sie 2015 am Zwergenplaneten Pluto vorbeiflog. Ultima ist 1,5 Milliarden Kilometer weiter entfernt.

Die Sonde war mit rund 51.500 Kilometern pro Stunde in rund 3500 Kilometern Abstand an Ultima Thule im sogenannten Kuipergürtel vorbeigeflogen. Über den Himmelskörper war bislang extrem wenig bekannt.

Das Missionsteam hat beschlossen, den größeren Teil "Ultima" und den kleineren Teil "Thule" zu nennen. Das Volumenverhältnis beträgt drei zu eins.

Forscher müssen bis zu 20 Monate auf Daten warten

Erste Fotos von Ultima Thule zeigten, dass das Objekt wohl etwa 32 mal 16 Kilometer groß ist und entweder aus einem oder aus zwei Objekten besteht, die umeinander herumfliegen.

"Die Daten, die wir haben, sehen fantastisch aus, und wir lernen jetzt schon viel von dem Vorbeiflug", sagte Missionschef Alan Stern. "Von jetzt an werden die Daten immer nur besser werden." Bis alle Daten heruntergeladen sind, kann es allerdings rund 20 Monate dauern.

Die rund 700 Millionen Euro teure "New Horizons"-Mission hat schon einiges hinter sich: Im Januar 2006 war die Sonde vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet, danach an zahlreichen Planeten vorbeigekommen. 2015 passierte sie als erster Flugkörper Pluto.

Ein Hauch von Farbe

Die neuen Daten von der US-Raumfahrtbehörde zeigen einem BBC-Bericht  zufolge auch, wie dunkel Ultima Thule ist. Seine hellsten Bereiche reflektieren demnach nur 13 Prozent des auf sie fallenden Lichts, seine dunkelsten nur sechs Prozent. "Das ist so ähnlich wie Blumenerde", sagte Cathy Olkin, stellvertretende Projektwissenschaftlerin der Mission, dem Sender.

Es gebe jedoch auch einen Hauch von Farbe. "Wir hatten eine raue Farbe von Hubble, aber jetzt können wir definitiv sagen, dass Ultima Thule rot ist", fügte Kollegin Carly Howett hinzu. "Unsere derzeitige Theorie, warum Ultima Thule rot ist, ist die Bestrahlung von exotischem Eis." Im Wesentlichen wurde seine Oberfläche über die Äonen durch die energiereichen kosmischen Strahlen und Röntgenstrahlen, die den Raum überfluten, "verbrannt".

lie/AFP/dpa
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