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01. November 2012, 09:04 Uhr

Manöver

Raumstation muss Weltraumschrott ausweichen

Ausweichmanöver im All: Weil Weltraumschrott ihre Bahn zu kreuzen drohte, musste die Internationale Raumstation ihre Flughöhe ungeplant ändern. Die Crew zündete die Triebwerke, um den Trümmern eines US-Satelliten auszuweichen.

Berlin - Mit einem außerplanmäßigen Manöver ist die Internationale Raumstation ISS in der Nacht zum Donnerstag einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott ausgewichen. Dazu seien die Triebwerke des Frachtraumschiffes "Progress M-16M" um 00.08 Uhr deutscher Zeit für 406,26 Sekunden (knapp sieben Minuten) gezündet worden, teilte das Flugleitzentrum in Koroljow bei Moskau mit.

Damit sei die Flugbahn um rund 500 Meter angehoben worden. Die Station umkreise die Erde nunmehr auf einer Höhe zwischen 407,42 und 429,01 Kilometern.

Die Trümmer stammen von dem US-Satelliten "Iridium-33", der im Februar 2009 mit einem russischen militärischen Nachrichtensatelliten kollidiert war. Die Raumstation muss immer wieder Weltraumschrott ausweichen - auch in diesem Jahr gab es bereits mehrere Manöver. Grund sind unzählige, zum Teil winzig kleine Splitter. Sie sind das Abfallprodukt verschiedenster Weltraummissionen oder von Satellitenzusammenstößen. Eines Tages könnte der kosmischer Trümmergürtel die Raumfahrt sogar völlig unmöglich machen.

Auf der ISS arbeiten derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer. Zwei der Stationsbewohner sollen am Donnerstag für Reparaturarbeiten in den Weltraum aussteigen. Die US-Amerikanerin Sunita Williams und der Japaner Akihiko Hoshide wollen die Station für etwa sechseinhalb Stunden verlassen, um ein Ammoniak-Leck an einem Radiator des Wärmekontrollsystems zu beseitigen, teilte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas) mit.

Der Außeneinsatz ist bereits der dritte gemeinsame für Williams und Hoshide. Am 30. August und am 5. September hatten sie bereits eine defekte Stromverteilerbox ausgetauscht. Diese sorgt dafür, dass alle Bereiche der Raumstation gleichmäßig mit Energie versorgt werden und es bei Ausfall einer Stromquelle zu keinem Spannungsabfall kommt. Beim ersten der beiden Außeneinsätze hatte allerdings ein klemmender Bolzen die Arbeiten behindert.

chs/dapd/dpa

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