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13. Mai 2009, 11:38 Uhr

US-Raumfähre "Atlantis"

Astronauten entdecken Kerben in Hitzekacheln

Vier Hitzekacheln an einem Flügel der Raumfähre "Atlantis" sind beim Start am Montag beschädigt worden. Eine Gefahr für die Besatzung besteht nach Nasa-Einschätzung jedoch nicht. Es handelt sich nur um kleine Dellen.

Cape Canaveral - Nach ihrem Aufbruch ins All haben die Astronauten an Bord der US-Raumfähre "Atlantis" damit begonnen, praktisch jeden Quadratzentimeter ihres Shuttles nach möglichen Schäden infolge des Starts abzusuchen. Dabei entdeckten sie am Dienstag an der rechten Seite der Raumfähre Kerben, die sich in einer Länge von 53 Zentimetern über vier Hitzeschutzkacheln hinziehen.

Die schadhafte Stelle befindet sich nach Angaben der Nasa dort, wo die rechte Tragfläche und der Rumpf zusammengefügt sind. Es handele sich aber offenbar nicht um eine ernsthafte Beschädigung, erklärte die Weltraumbehörde. Es seien allerdings weitere Untersuchungen notwendig. Der Schaden entstand offenbar beim Abfallen von Schaumstoffteilen des Außentanks knapp zwei Minuten nach dem Start der "Atlantis" am Montag.

Ein solcher Zwischenfall hatte 2003 den Hitzeschild der Raumfähre "Columbia" beschädigt. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre war der Shuttle auseinandergebrochen - alle sieben Astronauten an Bord starben.

Am heutigen Mittwoch wollen die Astronauten nach erfolgreicher Inspektion das Weltraumteleskop "Hubble" erreichen. Auf die "Atlantis"-Besatzung - sechs Männer und eine Frau - wartet die bislang größte Reparatur des Weltraumteleskops, dessen Bilder aus der Tiefe des Universums seit 19 Jahren die Wissenschaftler begeistern.

"Hubble" soll durch den Einbau wissenschaftlicher Instrumente, Ersatzteile für beschädigte Kameras und neue Batterien auf den technisch bestmöglichen Zustand für die nächsten fünf bis zehn Jahre gebracht werden. Dann ist kein Shuttle-Flug zu "Hubble" mehr möglich, weil das US-Raumfährenprogramm im kommenden Jahr eingestellt wird.

"Hubble" ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Die elftägige Reise der "Atlantis" war ursprünglich schon im Oktober vergangenen Jahres geplant, musste aber wegen technischer Probleme des Weltraumteleskops verschoben werden.

hda/AP/dpa

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