US-Raumfahrt Star-Wars-Planer soll neuer Nasa-Chef werden

Der Physiker und Raketenexperte Michael Griffin soll an die Spitze der US-Weltraumbehörde Nasa rücken. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete US-Präsident George W. Bush dem US-Senat zur Bestätigung.

Washington - Griffin arbeitete bereits von 1991 bis 1994 bei der Nasa als Chefingenieur und Forschungsdirektor. Zuvor war er als stellvertretender Technologiechef für das so genannte Star-Wars-Programm des Pentagon tätig. Seit April 2004 leitet der 55-Jährige als Direktor die Raumfahrtabteilung an der Johns-Hopkins-Universität in Laurel im US-Bundesstaat Maryland.

Der neue Nasa-Chef gilt als Befürworter der Weltraumvision von Bush, nach der die bemannte Raumfahrt zum Mond und zum Mars wieder aufgenommen werden soll. Er arbeitete für Bush in einer Expertengruppe.

So schlug Griffin während einer Senatsanhörung vor, die 28 bis zum Jahr 2010 geplanten Shuttle-Flüge zur Internationalen Raumstation ISS auf sieben oder acht zu kürzen. Stattdessen solle mit den eingesparten Mitteln frühzeitiger eine neue Raumfähre in Dienst gestellt werden. Auf deren Basis soll dann ab 2015 ein weiterentwickeltes Modell für Flüge bis zum Mars bereitstehen.

Griffin wird elfter Direktor in der fast 47-jährigen Geschichte der Weltraumbehörde. Er löst Interimsdirektor Fred Gregory ab, der nach dem Rücktritt von Sean O'Keefe seit Ende Februar die Geschäfte der Nasa führte. O'Keefe, der seinen Rücktritt mit zu geringen Bezügen begründet hatte, wechselt als Dekan an die Louisiana State University in Baton Rouge.

Griffin übernimmt in schwieriger Zeit das Ruder der Nasa. Seine wichtigste Aufgabe ist die Wiederaufnahme der Space-Shuttle-Flüge im Mai. Diese waren seit Februar 2002 wegen des tödlichen Unglücks der Raumfähre Columbia unterbrochen. Außerdem muss Griffin beim US-Senat noch die geplante und viel kritisierte Aufgabe des Weltraumteleskops Hubble durchsetzen.

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