Versorgung der ISS Nasa gehen die Astronauten aus

Die Nasa hat akute Personalprobleme: Einer Studie zufolge gehen der US-Raumfahrtbehörde die Astronauten aus. Grund ist die Stilllegung des Shuttle-Programms. Forscher fürchten nun, dass die Internationale Raumstation nicht mehr versorgt werden kann.

Dale Gardner im Außeneinsatz (1984): Der Astronaut verließ schon 1986 die Nasa
REUTERS/ NASA

Dale Gardner im Außeneinsatz (1984): Der Astronaut verließ schon 1986 die Nasa


Washington - Die USA haben möglicherweise nicht mehr genug Astronauten, um die Internationale Raumstation ISS mit Personal zu versorgen. Nach einer Studie des Nationalen Forschungsrats hat die Raumfahrtbehörde Nasa die Zahl ihrer Astronauten in den vergangenen zehn Jahren angesichts der Stilllegung des Shuttle-Programms von 150 auf 61 verringert.

Das Programm wurde nach mehr als 30 Jahren im Juli endgültig abgeschafft, der letzte Shuttle wurde ausgemustert und ins Museum geschickt. Mit dem Ende der Shuttle-Ära sind viele US-Astronauten dieses Jahr entweder in Rente gegangen oder haben ihren Dienst bei der Raumfahrtbehörde beendet.

Die verbliebenen Crew-Mitglieder reichten aber nicht aus, warnt die Behörde, um die Crew auf der ISS fortlaufend auszutauschen. Krankheit, mögliche Verletzungen, ausscheidende Astronauten oder Einsätze bei anderen Missionen müssten einkalkuliert werden. Deshalb hat die Behörde der Nasa empfohlen, die Zahl aufzustocken, um die personelle Besetzung der ISS zu gewährleisten.

"Das Komitee kommt zu dem Schluss, dass die derzeit geplante Minimalgröße des aktiven Astronauten-Corps ein Risiko für die US-Investitionen in die bemannte Raumfahrt darstellt", heißt es in dem Bericht des Nationalen Forschungsrates.

Für mehrere Jahre sind US-Astronauten auf dem Weg zur ISS nun auf "Mitfahrgelegenheiten" in den russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die ISS - die derzeit sechs Dauerbewohner hat - soll noch mehrere Jahre arbeiten, möglicherweise noch bis 2020.

Erst jüngst wurden wegen technischer Probleme in der russischen Raumfahrt Sorgen um die Zukunft der Internationalen Raumstation laut. Es gibt wachsende Befürchtungen, dass die ISS möglicherweise im November vorübergehend geräumt werden muss.

Hintergrund ist die jüngste Panne mit einer russischen "Sojus"-Trägerrakete: Eine fehlerhafte Zündung der dritten Raketenstufe hatte im vergangenen Monat zum Absturz eines Frachtraumschiffs geführt. Die Nasa kündigte bereits an, dass alle Dauerbewohner in der ISS zur Erde zurückgebracht werden, wenn das Sojus-Problem nicht bis Mitte November gelöst ist.

cib/dpa

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mindphuk 08.09.2011
1. Fail
Tja, wir geben lieber Geld für ein kaputtes Wirtschaftssystem aus, statt es grundlegend zu reformieren und sichern die Profite einiger weniger Privatleute, statt etwas für den Fortschritt zu tun. Vor 60 Jahren hatten wir noch Zukunft. Damals war noch alles möglich. Mineralabbau auf dem Mond, Forschung auf dem Mars, Flüge zu den Sternen... Heute stecken wir fest in einem Schlamassel aus Kriesen und Kriegen, weil einige wenige ihre Profitgier nicht zügeln können und zudem noch viel zu viel Einfluss auf die Politik haben.
vostei 08.09.2011
2. Bin Raumfahrtfan
Zitat von mindphukTja, wir geben lieber Geld für ein kaputtes Wirtschaftssystem aus, statt es grundlegend zu reformieren und sichern die Profite einiger weniger Privatleute, statt etwas für den Fortschritt zu tun. Vor 60 Jahren hatten wir noch Zukunft. Damals war noch alles möglich. Mineralabbau auf dem Mond, Forschung auf dem Mars, Flüge zu den Sternen... Heute stecken wir fest in einem Schlamassel aus Kriesen und Kriegen, weil einige wenige ihre Profitgier nicht zügeln können und zudem noch viel zu viel Einfluss auf die Politik haben.
Da ist schon was dran, aber damals war die Hochzeit des kalten Kriegs - ein heißer, Vietnam, stoppte das Apolloprogramm. Ergo gab es schon damals Kriege. Was heute definitiv anders ist, dass der Finanzwirtschaft absolute Relevanz zugeschrieben wird, früher lag die eher bei der Produktivwirtschaft, siehe Arbeitsplätze. Der Wert, der Arbeit und Forschung zugemessen wird ist kleiner geworden. Gerade so, als ob die "Entscheidungs und Verantwortungsträger" meinten, mensch wüsste alles und Zukunft "lohnt" nicht.
columbia 08.09.2011
3. Wenn das Breschnew wüsste... ;-)
Wissenschaft und viele andere Dinge müssen, wollen sie Erfolg haben, langfristig geplant und konsequent durchgezogen werden. Politiker, die darüber bestimmen, denken aber immer nur kurzfristig, bis zur nächsten Wahl... Weshalb hat die NASA keine (finanzielle) Gelegenheit bekommen, rechtzeitig zum geplanten Ende der Shuttle-Flotte, einen natlosen Übergang im Transportwesen zu schaffen? Z.B. einen verkleinerten Raumgleiter für Astronauten u. die Verwendung von (auch schon vorhandenen)Trägerrakten für den Materialtransport. Dazu kommt die Entwicklung der neuen flexiblen Ares-Familie. Nein, jetzt ist erst mal Betroffenheit und, kaum zu glauben, man ist auf Russland angewiesen. Der Witz des Jahrhunderts. Wer hätte sich früher träumen lassen, dass sich mal US-Astronauten in Sojus-Kapseln zwängen müssen, mangels eigener Transportkapazität? Der freiwillige Schuss ins eigne Knie! Aber eben: Offenbar ist "nichts unmöööööglich"!
Breen 08.09.2011
4. Fachkräftemangel?
Dem sollten die USA durch erleichterte Zuwanderung begegnen. Wie man hört gibt es in einigen Ländern ganze Kohorten junger Männer mit Affinität zu explosionsgetriebenen Himmelfahrtskommandos.
eva1811 11.09.2011
5. ISS Weltraumschrott oder der Mond als Basiscamp?
Gab es nicht mal eine Überlegung oder gar ein Projekt für ein europädisches Shuttle/Raumgleiter?? Evtl. haben die Russen noch eine "verbesserte"Version der Sojuskapsel auf Lager, ein Tarnkappenbomber der Russen gibt es ja auch (wenn auch mit Startschwierigkeiten), vielleicht gibt es da eine Art "Stealth-Kapsel" für die ISS? Jahrzehntelange Arbeit inkl. Investionen können nicht einfach Weltraumschrott sein. Die ISS hat Zukunft, oder sollten wir eine Station auf dem Mond aufbauen (2 Drohnen, evtl. mit Stealthtechnologie?) sind ja dorthin unterwegs), es wäre eine Alternative.
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