Videofund Die letzten Minuten der "Columbia"-Crew

Ein Videoband, das aus den Trümmern der "Columbia" geborgen wurde, zeigt die Crew nur Minuten vor dem Absturz. Hinweise auf die Ursache des Unglücks scheint es jedoch nicht zu enthalten.


Astronauten Clark (l.) und Husband während der "Columbia"-Mission: Keiner Gefahr bewusst
DDP

Astronauten Clark (l.) und Husband während der "Columbia"-Mission: Keiner Gefahr bewusst

Bergungsmannschaften haben in den Trümmern der abgestürzten Raumfähre "Columbia" ein Videoband entdeckt, auf dem vier der sieben Crewmitglieder wenige Minuten vor dem Unglück zu sehen sind. Insgesamt 13 Minuten des Bandes seien erhalten, wie aus Ermittlungskreisen am Dienstagabend im US-Bundesstaat Texas verlautete. Der Rest der Aufzeichnungen wurde von der starken Hitze zerstört.

Das Video, das vier Minuten nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre endet, zeigt, dass sich die Besatzung des Space Shuttles zu diesem Zeitpunkt offenbar keiner Gefahr bewusst war. Wie es hieß, sind darauf die Astronauten bei der Erledigung von Routineaufgaben zu sehen. Sie ziehen ihre Handschuhe an und unterhalten sich, während die Raumfähre den Pazifik überfliegt.

Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde enthält das Video nichts, was den Ermittlungen dienen könnte. Die ersten Anzeichen für Probleme tauchten demnach erst vier Minuten nach dem Ende des Videos auf, als Sensoren steigende Temperaturen im linken Fahrwerksschacht anzeigten. Die Nasa will das Band, das offenbar bereits den Angehörigen gezeigt worden ist, im Lauf der Woche veröffentlichen.

Auf den Aufzeichnungen sind den Angaben zufolge der Kommandant der "Columbia", Rick Husband, sowie der Copilot William McCool, die Flugingenieurin Kalpana Chawla und die Medizinerin Laurel Clark zu erkennen. Diese vier Astronauten saßen zu Beginn des Landeanflugs im Flugdeck der Fähre, die anderen drei Mitglieder der Besatzung hielten sich im Unterdeck auf.

Die Ursache des Unglücks, bei dem am 1. Februar alle Astronauten starben, ist bislang unklar. Als mögliche Erklärung gilt eine Beschädigung des Hitzeschildes an der Shuttle-Unterseite, die durch beim Start abgefallene Schaumstoffteile vom Außentank entstanden sein könnte. Rätsel gibt noch immer ein Objekt auf, dass am zweiten Flugtag in der Nähe der Fähre beobachtet wurde. Nach Ansicht der Ermittler handelt es sich um ein Teil, das vom Shuttle abfiel und mit der Katastrophe zusammenhängen könnte.



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