Satellitenbild der Woche Insel des Feuers

Rund 600 Kilometer vor der afrikanischen Küste liegen die Kapverdischen Inseln im Atlantik. Das Leben dort wird von einem Vulkan bestimmt, der bis heute aktiv ist.

Vulkaninsel Fogo (rechts)
ESA

Vulkaninsel Fogo (rechts)


Manchmal sagt ein Ortsname einfach alles, was man wissen muss. Und nein, wir meinen jetzt nicht etwa das Beispiel von Oberhäslich. Das ist ein Ortsteil von Dippoldiswalde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - und eigentlich ganz hübsch gelegen. Der Name dort hat schließlich auch nichts mit mangelnder Ansehnlichkeit zu tun, sondern mit einem alten Haselstrauch. So heißt es jedenfalls.

Die Rede ist vielmehr von Fogo, einer Insel der im Atlantik vor der afrikanischen Küste gelegenen Kapverden. Sie wurde im 15. Jahrhundert von einer Expedition im Auftrag des portugiesischen Königs entdeckt. Fogo bedeutet auf Portugiesisch "Feuer". Und dem Feuer aus dem Inneren der Erde verdankt auch das Eiland seine Existenz. Denn Fogo, rund 20 Kilometer im Durchmesser groß, ist im Prinzip nichts weiter als ein einziger, großer Vulkankegel.

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Unser Falschfarbenbild, aufgenommen vom europäischen Satelliten "Sentinel 2-A", zeigt Fogo aus rund 800 Kilometern Höhe. Die Insel liegt im rechten Bereich des Fotos. Links davon sind die kleineren Eilande Rombos-Grande, Luís Carneiro und Cima zu sehen - und, ganz links, die Insel Brava. Auch sie sind Produkt des Vulkanismus. Sie alle liegen auf einem gemeinsamen, unter der Wasseroberfläche gelegenen Sockel.

Während es aber auf Brava im Prinzip keine vulkanische Aktivität mehr gibt, sehr wohl aber noch Erdbeben, müssen die Einwohner von Fogo ständig mit Eruptionen rechnen. Schuld daran ist der mehr als 2800 Meter hohe Pico do Fogo. Der Schichtvulkan, der der Insel ihren charakteristischen Namen gab, bricht regelmäßig aus. In den historischen Aufzeichnungen finden sich Berichte von 1680, 1785, 1799, 1847, 1852, 1857, 1951, 1995 - sowie 2014 und 2015.

In weit zurückliegender Zeit sorgte der Vulkan für eine Katastrophe kaum vorstellbaren Ausmaßes: Als vor 73.000 Jahren eine Flanke des Berges ins Meer rutschte, landeten 160 Kubikkilometer Gestein im Meer - und ein Tsunami von mindestens 170 Metern Höhe rauschte über den Ozean.

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Der Vulkan bestimmt das Leben der Menschen bis heute in jeder Hinsicht - so stark, dass sogar eine der wichtigsten Fußballmannschaften der Insel seinen Namen trägt: Vulcânicos Futebol Clube.

Aber nicht nur das: An der Nordseite des Berges wird auf den dank der Vulkanasche fruchtbaren Böden Kaffee angebaut, zwischen 350 und 1300 Meter über dem Meer. Auch Wein gedeiht auf Fogo. Allerdings hat die Landwirtschaft damit zu kämpfen, dass etwa sechs Monate pro Jahr so gut wie kein Regen fällt. Immer wieder leiden die Kapverdischen Inseln unter massiven Dürren.

chs



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