Tausend Lichtjahre entfernt Schüler entdeckt Exoplaneten

Eigentlich wollte er nur ein Praktikum an einer Uni machen. Als 15-Jähriger entdeckte ein Brite einen bisher unbekannten Planeten. Nach zwei Jahren wurde sein Fund jetzt bestätigt.

"WASP-142b" (künstlerische Darstellung): Der entdeckte Planet ist so groß wie der Jupiter
DPA/ Keele University/ Illustration: David A. Hardy

"WASP-142b" (künstlerische Darstellung): Der entdeckte Planet ist so groß wie der Jupiter


Schülerpraktikanten dürfen Profis meist ein wenig bei ihrem Tun zuschauen und Kaffee kochen. Tom Wagg aus Großbritannien entdeckte bei seinem Kurzaufenthalt an einer Uni einen bisher unbekannten Planeten. "WASP-142b" kreise um einen tausend Lichtjahre entfernten Stern, teilte die Keele University in Staffordshire mit.

Der 15-Jährige habe eigentlich nur eine einwöchige Hospitanz an der Uni absolviert, als er die winzige Verdunklung im Licht des Sterns ausmachte - verursacht vom vorbeiziehenden Planeten. Es habe dann allerdings noch zwei Jahre gebraucht, die Entdeckung zu bestätigen. "WASP-142b"-Entdecker Tom Wagg ist inzwischen 17.

Entdecker: Tom Wagg vor dem Keele-Observatorium in Großbritannien
DPA/ Keele University

Entdecker: Tom Wagg vor dem Keele-Observatorium in Großbritannien

"Ich bin hocherfreut, einen neuen Planeten gefunden zu haben, und sehr beeindruckt, dass man sie auch so weit entfernt noch entdecken kann", erklärte er. "WASP-142b" sei etwa so groß wie der Jupiter und umrunde seinen Stern in nur zwei Tagen - die Erde braucht dafür 365 Tage.

Beim Wasp-Projekt (Wide Angle Search for Planets) werden Bilder des Nachthimmels abgesucht, auf denen Millionen von Sternen zu sehen sind. Waggs gelang ein echter Glückstreffer. Insgesamt gut tausend Planeten seien so inzwischen außerhalb unseres Sonnensystems von Astronomen weltweit aufgespürt worden, erklärte die Uni. "Tom ist wohl der jüngste Entdecker." Er will nun an der Keele University Physik studieren.

nik/dpa



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
druck_im_topf 10.06.2015
1. Schülerpraktikanten
Sofern man interessierten Schülerpraktikanten das richtige Material in die Hand gibt, sind solche Erfolge kein Zufall. Mit einem meiner Schülerpraktikanten habe ich mal eine kinetische Untersuchung einer chemische Reaktion durchgeführt, weil mir die Bedingungen eines Präparationsversuchs zu radikal erschienen! Der Austausch eines Anions (Sulfat statt Acetat) sollte nach dreistündigem Kochen mit ca. 60%iger Ausbeute stattfinden. Nach mehreren Reaktionsunterbrechungen und Analytik des Produkts war schnell klar: die Reaktion ist nach maximal 5 Min. abgelaufen und zwar bei Raumtemperatur mit fast 100%iger Ausbeute. Das Ergebnis hat zumindest im Arbeitskreis schwer eingeschlagen! Schönen Tag noch!
dielektrikum 10.06.2015
2. Anderer Meinung
Ich denke, dass ihr Beispiel nicht gut gewählt ist, da Beobachtungen in der Astronomie meistens eher Zufall sind, solange sie nicht eine Theorie beweisen, die keinen
dielektrikum 10.06.2015
3. Vertippt
Ich wollte noch schreiben: Theorien, die "wissenschaftlich", sprich andere, zB. Quantenmechanische Entdeckungen (bewiesenen) nicht wiederspricht, belegen. Andernfalls ist es meistens wirklich dem Zufall geschuldet.
Sumerer 10.06.2015
4.
Bislang war es mir nur vergönnt, den Saturn und seine Ringe, bzw. seine Monde, etwa drei bis fünfmal, zu beobachten. Das aber hier ist eine andere Hausnummer! Es schadet wohl offensichtlich nicht, viel jüngere Jahrgänge auf astronomische Entdeckungsreisen zu lassen.
kasam 10.06.2015
5. Wenn Schüler soetwas entdecken,
was sagt das über unsere Profi-sucher aus. Die seit Jahren mit ihren Augen am Himmel sind???.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.