Zwei junge Sterne kollidieren Kawumm!

Bei der Entstehung von Sternen sind gewaltige Kräfte am Werk. Eine spektakuläre Aufnahme aus dem Sternbild Orion zeigt, wie explosiv es dabei zugehen kann.

Explosion im Sternbild Orion
ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), J. Bally/H. Drass et al.

Explosion im Sternbild Orion


Am Anfang war eine Wolke. Gas im All bildet das Ausgangsmaterial für Sterne. Kleine Dichteschwankungen in der Gaswolke führen dazu, dass sich die Wolke punktuell immer weiter verdichtet. Das Ergebnis heißt Protostern, die Frühform einer Sonne. Der Protostern verdichtet sich immer mehr, bis unter dem extrem hohen Druck die Wasserstofffusion zündet. Die frischgeborene Sonne beginnt zu leuchten.

Aber manchmal kommt noch etwas dazwischen. So wie in der Wolke OMC-1 im Sternbild Orion, die Astronomen mit dem Atacama Large Millimeter Array (Alma) in Chile beobachtet haben. Die bunte Aufnahme des größten Radioteleskops der Welt zeigt eine Explosion in 1500 Lichtjahren Entfernung von der Erde, ausgelöst von der Kollision zweier Protosterne.

"Was wir sehen, ist die Kosmos-Version eines Feuerwerks am 4. Juli", sagt John Bally von der University of Colorado. Am Unabhängigkeitstag finden in vielen US-Städten traditionell große Feuerwerke statt.

Protostellare Explosion

In der Wolke OMC-1 hätten sich mehrere Protosterne gebildet, berichten die Forscher im Fachblatt "Astrophysical Journal". Die Wolke sei Hunderte Male schwerer als unsere Sonne und unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabiert. Die entstandenen Protosterne bewegten sich dann zufällig durch den Raum.

Atacama Large Millimeter Array (Alma) in Chile
DPA/ ESO

Atacama Large Millimeter Array (Alma) in Chile

Kommen sich dabei zwei Protosterne zu nah, kann das passieren, was die Forscher nun mit dem Alma-Teleskop beobachtet haben. Solche protostellare Explosionen seien relativ häufig, sagt Bally. Mit der nun registrierten Zerstörung der Wolke könnten solche Explosionen helfen, das Tempo der Sternentstehung zu regulieren.

"Viele Menschen denken bei Sternexplosionen ja an alte Sterne", sagt Bally in Anspielung auf Supernovae. Aber die spektakuläre Aufnahme aus dem Sternbild Orion zeige, dass Explosionen auch schon zu Beginn eines Sternenlebens möglich sind.

hda

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insgesamt 40 Beiträge
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Seite 1
Subco1979 10.04.2017
1. Falsch verständlich geschrieben
Zitat: "Die bunte Aufnahme des größte Radioteleskops (...)" - hierbei bitte nicht auf die Idee kommen, ein Radioteleskop würde bunte oder irgendwelche Bilder liefern. Das Gerät nimmt für uns nusichtbare Radiostrahlung wahr und das erste, was Menschen am Computer hinter dem Teleskop sehen können sind Zahlen oder Graphen mit Zahlen. Für alles weitere bedarf es einer komplizierten Umwandlung. Am Ende aber ein schönes Bild zu einem faszinierenden Ereignis.
ge1234 10.04.2017
2. Danke....
Zitat von Subco1979Zitat: "Die bunte Aufnahme des größte Radioteleskops (...)" - hierbei bitte nicht auf die Idee kommen, ein Radioteleskop würde bunte oder irgendwelche Bilder liefern. Das Gerät nimmt für uns nusichtbare Radiostrahlung wahr und das erste, was Menschen am Computer hinter dem Teleskop sehen können sind Zahlen oder Graphen mit Zahlen. Für alles weitere bedarf es einer komplizierten Umwandlung. Am Ende aber ein schönes Bild zu einem faszinierenden Ereignis.
... ich hatte mich gerade gewundert, wie solche Explosionen im luftleeren Weltall möglich sein sollen!
spiegeleye 10.04.2017
3.
Zitat von ge1234... ich hatte mich gerade gewundert, wie solche Explosionen im luftleeren Weltall möglich sein sollen!
Die allermeisten Explosionen kommen ohne Luftsauerstoff aus. Dazu gehören nur Staubexplosionen, wie Kohlestaub-, Mehl- oder Sägemehlexplosionen, sowie Explosionen von Mischungen aus gasförmigen oder den Dämpfen flüssiger Brennstoffe. Explosionen müssen noch nicht einmal an chemische Reaktionen gebunden sein (denken Sie einmal z.B. an die Atombombe). Feuerwerkskörper wurden zumindestens früher mit Schießpulver betrieben. Dieses basiert tatsächlich auf Oxidation, da es den Sauerstoff chemisch gebunden in sich enthält. Eine Feuerwerksrakete würde tatsächlich im luftleeren Raum funktionieren - nur hören würde man sie nicht. Der Beitrag von Subco1979 wies nur darauf hin, dass Bilder von Radioteleskopen für unser Auge so nicht sichtbar wären, sondern erst durch aus computererzeugten Bildern, die aus digitalisierten Messdaten entstehen. Gleiches gilt übrigens auch z.B. für das Rasterkraftmikroskop, mit dem Atome sichtbar gemacht werden können.
cassandros 10.04.2017
4.
Zitat von spiegeleyeDie allermeisten Explosionen kommen ohne Luftsauerstoff aus. Dazu gehören nur Staubexplosionen, wie Kohlestaub-, Mehl- oder Sägemehlexplosionen, sowie Explosionen von Mischungen aus gasförmigen oder den Dämpfen flüssiger Brennstoffe. Explosionen müssen noch nicht einmal an chemische Reaktionen gebunden sein (denken Sie einmal z.B. an die Atombombe). Feuerwerkskörper wurden zumindestens früher mit Schießpulver betrieben. Dieses basiert tatsächlich auf Oxidation, da es den Sauerstoff chemisch gebunden in sich enthält. Eine Feuerwerksrakete würde tatsächlich im luftleeren Raum funktionieren - nur hören würde man sie nicht. Der Beitrag von Subco1979 wies nur darauf hin, dass Bilder von Radioteleskopen für unser Auge so nicht sichtbar wären, sondern erst durch aus computererzeugten Bildern, die aus digitalisierten Messdaten entstehen. Gleiches gilt übrigens auch z.B. für das Rasterkraftmikroskop, mit dem Atome sichtbar gemacht werden können.
Und welche chemische Reaktion liefert dann bei einer "Staubexplosionen, wie Kohlestaub-, Mehl- oder Sägemehlexplosionen" ohne Sauerstoff die frei werdende (Explosions)Energie? "Eine Kohlenstaubexplosion ist die speziell im Kohlenbergbau sehr gefürchtete explosive Reaktion von Kohlenstoffpulver (Staubexplosion) mit Luftsauerstoff." - https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstaubexplosion
permissiveactionlink 10.04.2017
5. #3' spiegeleye
Ein populärer Irrtum ! Im luftleeren Raum oder in einer Stickstoffatmosphäre sind Staubexplosionen unmöglich. Sie funktionieren nur in einem Luftgemisch, dass auch Sauerstoff enthält. Je mehr, desto stärker die Explosion. Staub hat eine deutlich größere Oberfläche als übliche Festbrennstoffe, erhitzt sich dadurch schneller und dehnt das vorhandene Gas explosionsartig aus. Ohne Sauerstoff ist eine Verbrennung brennbarer Staubpartikel aber unmöglich. Versuchen Sie einmal einem Eisenblock in Luft oder in Stickstoff zu entzünden ! Wiederholen Sie das Experiment anschließend mit feiner Stahlwolle. Diese wird im Ggs. zum Eisenblock schnell verbrennen, aber nur in Luft, nicht in Stickstoff, und schon gar nicht im Vakuum.
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