Weltraum-Initiative Bush stellt Nasa vor gewaltige Aufgabe

Der Aufbau einer Mondbasis und ein bemannter Flug zum Mars wären für die Nasa enorme Herausforderungen. Die US-Raumfahrtbehörde müsste völlig neue Raumschiffe in gewaltiger Größe konstruieren.


Nasa-Zeichnung eines möglichen Raumschiffs für den bemannten Marsflug: Gewaltige Herausforderung
NASA

Nasa-Zeichnung eines möglichen Raumschiffs für den bemannten Marsflug: Gewaltige Herausforderung

Fast 32 Jahre liegen die letzten Schritte eines Menschen auf dem Mond zurück. Die Raketen und Ausrüstungsgegenstände der Apollo-Missionen aber stehen längst in Museen oder wurden schlicht ausrangiert. Die Nasa müsste daher nach Meinung von Experten nahezu von vorn anfangen, um eine Basis auf dem Mond und einen Flug zum Mars zu realisieren.

Selbst wenn die Technologie der sechziger und siebziger Jahre heute noch verfügbar wäre, könnte sie für die neuen Aufgaben kaum eingesetzt werden. Das Apollo-Programm war auf einzelne Mondlandungen und extrem kurze Aufenthalte ausgelegt. Das Kommandomodul bot drei Astronauten Platz, in die Landefähre passten nur zwei von ihnen. Raumschiffe, die eine Basis versorgen wollten, müssten bei weitem größer sein.

Deshalb würde wohl auch die "Saturn V"-Rakete nicht mehr ausreichen. Das stärkste je gebaute Transportsystem hatte die Apollo-Fähren ins All befördert, könnte aber für den Aufbau einer Mondbasis zu wenige Menschen und Ausrüstung an Bord nehmen.

Ein weiteres Problem ist die Energieversorgung einer Basis auf dem Mond, für die wahrscheinlich einen Atomreaktor nötig wäre. Auf sechs Apollo-Missionen kamen bereits kleine Reaktoren zum Einsatz, doch mussten sie nur einige wissenschaftliche Instrumente mit Elektrizität versorgen.

Für einen bemannten Flug zum Mars müsste die für eine Mondmission nötige Ausrüstung vervielfacht werden. Denn während der Trip zum Mond in wenigen Tagen zu bewältigen ist, dauert eine Reise zum Roten Planeten Monate. Wissenschaftler sind der Ansicht, dass eine solche Mission angesichts des langen Hin- und Rückflugs mindestens drei Jahre dauern würde.

Die gesamten Treibstoff-, Wasser- und Lebensmittelvorräte müssten entweder von den Astronauten mitgenommen oder mit unbemannten Raumschiffen vorausgeschickt werden. Zudem müsste die Zahl der Besatzungsmitglieder auch Krankheits- und Todesfälle berücksichtigen.

Detaillierte Kostenrechnungen für ein solches Projekt existieren derzeit nicht. Vorsichtige Schätzungen kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass eine bemannte Mars-Mission nahezu eine Billion US-Dollar verschlingen würde.



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