Wostotschnij Erste Rakete vom neuen russischen Weltraumbahnhof gestartet

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Vom neuen russischen Kosmodrom Wostotschnij ist erstmals eine Sojus-Rakete ins All geflogen.

Sojus-Rakete beim Start
AFP

Sojus-Rakete beim Start


Die Sojus-Rakete sei am Donnerstag um 04.01 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erfolgreich gezündet worden, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Die drei Satelliten seien erfolgreich in der Erdumlaufbahn platziert worden. Am Vortag war der Raketenstart, dem Staatspräsident Wladimir Putin beiwohnte, in letzter Minute automatisch abgebrochen worden.

Das Kosmodrom Wostotschnij im Fernen Osten Russlands soll die Abhängigkeit der russischen Raumfahrt von der früheren Sowjetrepublik Kasachstan verringern. Vom kasachischen Baikonur aus starten bislang die Sojus-Raketen mit Nachschub oder Raumfahrern an Bord zur Internationalen Raumstation (ISS). Russland muss 115 Millionen Dollar pro Jahr an Kasachstan zahlen, um den Weltraumbahnhof nutzen zu dürfen.

Video: Start von neuem Weltraumbahnhof Wostotschnij

Die Erwartung Putins, dass Wostotschnij Russland in absehbarer Zeit in die Lage versetzt, alle seine Weltraumraketen und Raumflugkörper zu jeder Zeit von seinem eigenen Territorium ins All zu bringen, bleibt aber vorerst ein frommer Wunsch.

Denn wie sich inzwischen herausgestellt hat, dürfen von hier aus Sicherheitsgründen gar keine bemannten Raumschiffe zur Internationalen Raumstation ISS starten. Die Flugbahn führt nämlich in der Aufstiegsphase über das Ochotskische Meer, die Halbinsel Kamtschatka und den Pazifik.

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Wostotschnij: Kosmodrom im Osten Russlands

Und da die Sojus-Kapseln für die Landung auf festem Boden konzipiert wurden, sind sie wenig seetauglich. Experten befürchten denn auch, dass sie im Fall einer Notwasserung untergehen, bevor die Bergungsmannschaften zur Stelle sind.

Deshalb wird inzwischen die einstige Option, ab 2018 hier auch bemannt mit der Sojus zu starten, mit keinem Wort mehr erwähnt. So bleiben für die Sojus-Raketen auf dem neuen Kosmodrom nur noch die anderen Nutzlasten bis zu rund acht Tonnen. Nach einer gewissen Anlaufzeit sind ab 2018 etwa zehn Starts pro Jahr geplant. 2020 soll dann der Normalbetrieb beginnen.

Für Russland und seine ISS-Partner bedeutet das, dass Baikonur mindestens bis 2023 ihr einziger Startplatz bleibt. Erst für dieses Jahr ist nach den derzeitigen Vorstellungen der erste bemannte Start des neuen Raumschiffes Federazija mit der neuen Angara-5P-Trägerrakete in Wostotschnij vorgesehen. 2021 soll der neue Träger das erste Mal unbemannt abheben.

2016 war in Wostotschnij, 8000 Kilometer östlich von Moskau, nur der Start vom Donnerstag geplant. Das Kosmodrom war die größte Baustelle Russlands, in deren Zusammenhang es massive Korruptionsvorwürfe gab. Insgesamt soll der Bau umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro gekostet haben.

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hda/AFP

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imlattig 28.04.2016
1. Russland..
Ist die einzige nation die zur zeit bemannte fluege unternehmen kann. Somit wird es fuer mitflieger wahrscheinlich teurer und sie werden die Unkosten die russland mit baikanur hat, mitfinanzieren.
hankc 28.04.2016
2. Hieß es nicht
letzte Woche noch, dass der neue russische Weltraumbahnhof vielleicht nie in Betrieb geht und man froh ist, den in Kasachstan noch gepachtet zu haben?
lupenreinerdemokrat 28.04.2016
3.
Scheint ein häufiges Problem von Großbauprojekten zu sein, dass es massive Korruptionsvorwürfe oder auch Korruption ohne Vorwürfe gibt. Schaut man hierzulande auf die Elbphilharmonie oder im besonderen auf BER, dann weiß man, was Korruption im großen Stil bedeutet. Ebenso die Beschäftigung von "Schwarzarbeitern" und die kriminellen Machenschaften der Sub-Sub-Unternehmer, die ausländische Arbeitskräfte zu "Sklaven-Konditionen" beschäftigen. Nun, zumindest kann man dem Großprojekt "Kosmodrom" attestieren, dass es nahezu termingerecht fertiggestellt wurde. Da können deutsche Projektleiter in Russland in die Lehre gehen ;-)
oi_le 28.04.2016
4. Hmm
Und wenn die Sojus-Kapseln umgebaut werden das sie eben auch seetauglich sind? Man stelle sich das mal vor :)
Luna-lucia 28.04.2016
5. was wir nicht verstehen
was hat eine Rückkehr (Landung), mit dem Aufstieg (Start), einer Rakete zu tun? Oder ist etwa ein Rückflug mit anschließender Landung, nur eine "ungefähre" Flug, und Landeprozedur? Also, kann man immer noch nicht ganz sicher sagen, wo, und wie die russischen Kapseln landen werden? Weil doch die Space Shuttles früher auch hoch präzise ihre Landebahn anfliegen konnten! Es ist doch sicherlich nur eine Frage, wie man den Wiedereintritt hin bekommt. Aber sowas muss man doch mittlerweile im "Griff" haben. Die Abflugposition im Orbit, ist doch dieselbe - oki, lol, sie ändert sich auch bei jeder Umrundung geringfügig. Aber das war doch bei den Space Shuttle-Flügen nicht viel anders?
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