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Weltraumschrott: Rasende Geschosse im Orbit

Foto: REUTERS/ NASA

Weltraumschrott Nasa-Satellit wahrscheinlich über Kanada abgestürzt

Der ausgediente Orbiter "UARS" ist am Morgen auf die Erde aufgeschlagen. Die Absturzregion ist nach Esa-Angaben wahrscheinlich Nordamerika. Auf Twitter kursieren Berichte über Trümmerteile, die nahe der kanadischen Stadt Calgary gesichtet wurden.

Washington - 20 Jahre kreiste der Sechs-Tonnen-Koloss "UARS" in einer Umlaufbahn, nun ist er unsanft zur Erde zurückgekehrt. Der US-Satellit ist nach Angaben der Europäische Weltraumorganisation Esa gegen 6.20 Uhr MESZ abgestürzt. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Absturz inzwischen ebenfalls bestätigt. Sie hatte ein Zeitfenster zwischen 5.45 und 6.45 Uhr MESZ angegeben. Die Absturzregion war zunächst unklar - Europa sei aber nicht betroffen, sagte Esa-Sprecher Bernhard von Weyhe. "Das Wahrscheinlichste ist jetzt wohl Nordamerika."

Zu dieser Aussage passen Berichte von Twitter-Nutzern. Sie berichten von Trümmerteilen, die über Okotoks abgestürzt seien, einer Stadt südlich von Calgary im Westen Kanadas. Die Nasa teilte mit, man wisse noch nicht, wo der Satellit in die Erdatmosphäre eingetaucht sei. Es war erwartet worden, dass der größte Teil des busgroßen, sechs Tonnen schweren Satelliten verglüht. Nach Ansicht von Experten der Europäischen Raumfahrtagentur Esa dürften lediglich etwas mehr als 500 Kilogramm übrig bleiben, auf 20 Stücke verteilt.

Der Satellit "UARS" war 1991 von dem US-Space-Shuttle "Discovery" in den Orbit gebracht worden, um die obere Atmosphäre zu erforschen. Er beendete 2005 seinen Einsatz. Mangels weiteren Treibstoffs war der Absturz nur eine Frage der Zeit.

Nach Angaben der Nasa stürzt im Schnitt einmal pro Jahr ein Flugobjekt von der Größe des "UARS" auf die Erde. Das bisher größte abgestürzte Flugobjekt war demnach die 40 Tonnen schwere sowjetische Raumstation "Saljut 7", deren Bruchstücke 1991 auf eine Stadt in Argentinien fielen, ohne dass Menschen getroffen wurden. Ein Nasa-Experte betonte, die Wahrscheinlichkeit sei deutlich höher, von einem Blitz getroffen als von Weltraumschrott erschlagen zu werden. Laut Nasa wurde in den 50 Jahren seit Beginn der Erforschung des Weltraums kein Fall bekannt, in dem ein Mensch durch Weltraumschrott verletzt wurde.

hda/dpa/AP