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"Discovery"-Mission: Schwieriger Einsatz im All

Foto: A2800 epa HO/ dpa

Weltraumschrott Riesiges Trümmerstück nähert sich Raumstation

Ein Stück Weltraumschrott von beeindruckender Größe könnte zur Gefahr für die Internationale Raumstation ISS und die angedockte Raumfähre "Discovery" werden. Die Nasa will in den nächsten Stunden entscheiden, ob die ISS ein Ausweichmanöver fliegen wird.

Cape Canaveral - Ein riesiges Stück Weltraumschrott kreuzt den Kurs der Internationalen Raumstation ISS. Die Nasa beobachtet derzeit das Trümmerstück, bei dem es sich um den drei Jahre alten Rest einer europäischen Ariane-5-Rakete handelt. Es sehe so aus, als ob das Teil am Freitag etwa drei Kilometer an der ISS vorbeifliegen werde, erklärte Nasa-Flugdirektor John McCullough. Das sei zwar näher als zunächst gedacht, aber es sehe immer noch "sehr positiv" für die ISS und die angedockte "Discovery" aus.

Der für Donnerstag geplante Ausstieg von zwei Astronauten in den Weltraum sei nicht gefährdet, hieß es. Die Nasa wollte die Flugbahn des Schrotts aber weiter genau beobachten, um auch das geringste Risiko für die ISS und die angedockte Raumfähre "Discovery" auszuschließen. Die ISS könnte notfalls ihre Bahn verändern. Bisher sehe es aber nicht danach aus, sagte McCullough. Eine endgültige Entscheidung darüber solle am Freitag gegen 16 Uhr deutscher Zeit fallen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ISS es mit Weltraumschrott zu tun bekommt. Erst im März musste sich die Besatzung in einer angedockten "Sojus"-Kapsel vor herannahendem Weltraumschrott in Sicherheit bringen. Nur eine Woche später zwang das Bruchstück einer chinesischen Rakete die Raumstation zu einem Ausweichmanöver.

Die ovale Umlaufbahn des jetzt entdeckten Ariane-Trümmerstücks - es entfernt sich bis zu 32.000 Kilometer weit von der Erde - macht es schwierig, seine Flugbahn präzise zu bestimmen. Aufgrund der enormen relativen Geschwindigkeiten im All entwickeln schon winzige Objekte bei Kollisionen eine beeindruckende Zerstörungskraft. Die genauen Abmessungen des Ariane-Bruchstücks sind unbekannt, doch die Nasa hat eine Oberfläche von 19 Quadratmetern gemessen - damit wäre die Wirkung bei einer Kollision mit der ISS oder der "Discovery" verheerend.

Die beiden Besatzungen arbeiteten unterdessen unvermindert weiter und brachten Fracht aus der "Discovery" in die ISS. Sie installierten auch einen neuen Schlafraum. Inzwischen bereiten sich der schwedische Esa-Astronaut Christer Fuglesang und sein US-Kollege Danny Olivas auf ihren Ausstieg in den freien Raum vor, der am Donnerstagabend um 23.19 Uhr MESZ beginnen soll. In rund sechseinhalbstündiger Arbeit wollen die Männer einen leeren Ammoniaktank austauschen.

mbe/AP/ddp