Weltraumspaziergang Technik-Panne verlängert Außeneinsatz an der ISS

Weil ein Roboterarm ausgefallen war, mussten zwei Astronauten länger im Weltraum ausharren. Dennoch ist die Mission geglückt: Die Installation des neuen ISS-Moduls läuft planmäßig - und die japanische Weltraumbehörde kann sich über ein besonderes Geschenk aus dem All freuen.

Astronaut Alvin Drew: Sechseinhalb Stunden dauerte der Außeneinsatz
DPA/ NASA

Astronaut Alvin Drew: Sechseinhalb Stunden dauerte der Außeneinsatz


Trotz kurzer Probleme mit einem ausgefallenen Roboterarm haben zwei US-Astronauten den ersten von zwei geplanten Außeneinsätzen an der Internationalen Raumstation ISS erfolgreich abgeschlossen. Steve Bowen und Alvin Drew hätten bei dem sechseinhalbstündigen Weltraumspaziergang am Montag alle vorgesehenen Aufgaben erledigt, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Die Astronauten der US-Raumfähre "Discovery" bereiteten unter anderem die Installation eines neuen Moduls vor: "Leonardo" soll der ISS mehr Stauraum verschaffen und einen zusätzlichen Bereich für Experimente bringen.

Zwei Stunden nach Beginn des Außeneinsatzes fiel nach Angaben der Nasa allerdings ein Roboterarm aus. Wegen der Panne mussten Bowen und Drew fast zwanzig Minuten länger im All bleiben. Der Zwischenfall war einem Nasa-Sprecher zufolge "keine große Sache", die Astronauten seien nicht in Gefahr gewesen. Die Besetzung der ISS habe den 17,6 Meter langen Roboterarm schließlich von einem anderen Arbeitsplatz aus gesteuert.

Weltraum-Vakuum fürs Museum

Auf der Aufgabenliste von Bowen und Drew stand auch, ein Stromkabel zwischen zwei Modulen der ISS anzubringen. Außerdem montierten sie eine defekte Ammoniak-Pumpe ab. Der Außeneinsatz endete mit einem Experiment für die japanische Weltraumbehörde: Die Astronauten öffneten eine Metallbüchse, die das im Weltall herrschende Vakuum einfangen soll. Die Büchse soll später zurück zur Erde gebracht und ausgestellt werden. Ein zweiter Arbeitseinsatz im Weltraum ist für Mittwoch geplant.

Die US-Raumfähre "Discovery" war am Samstag auf ihrer letzten Weltraum-Mission an der ISS eingetroffen. Voraussichtlich wird ihr Aufenthalt im All um einen Tag verlängert, so dass sie erst am 6. März von der Station abdockt.

Die Nasa plant noch maximal zwei weitere Shuttle-Flüge zur ISS, bevor die Raumgleiter komplett außer Dienst gestellt werden. Die "Endeavour" soll am 19. April starten. Die "Atlantis" könnte am 28. Juni zum letzten Flug eines Space Shuttle starten. Danach werden US-Astronauten auf russische Raketen zum Transport ins All angewiesen sein. Die US-Regierung hat eine eigene Neuentwicklung aus finanziellen Gründen ausgesetzt. Mittelfristig sollen private US-Unternehmen die Beförderung übernehmen.

wbr/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Tastenhengst, 01.03.2011
1. Öff. Finanzen sind nicht so spektakulär
Ist ja ganz interessant und natürlich spektakulär, aber wenn sich Journalisten mal die Mühe machen würden, zu analysieren, inwieweit die horrenden Kosten für die ISS durch anwendbare Forschungsergebnisse gerechtfertigt sein können, wäre das noch interessanter. Immerhin wird die ISS fast vollständig von zwangsweise eingetriebenen Geld finanziert.
Rulorphant 01.03.2011
2. Nicht teuer
Zitat von TastenhengstIst ja ganz interessant und natürlich spektakulär, aber wenn sich Journalisten mal die Mühe machen würden, zu analysieren, inwieweit die horrenden Kosten für die ISS durch anwendbare Forschungsergebnisse gerechtfertigt sein können, wäre das noch interessanter. Immerhin wird die ISS fast vollständig von zwangsweise eingetriebenen Geld finanziert.
Was denn für zwangsweise eingetriebenes Geld ? Du meinst wohl die Steuern die jeder Bürger zahlt. Außerdem ist Weltraumforschung NICHT teuer! Sicherlich kosten die ganzen Unternehmungen zwar einstellige Milliardenbeträge, aber wenn man die Wahl hat eine Weltraumstation im All zu betreiben oder für das gleiche Geld in Stuttgart einen neuen Bahnhof zu bauen, wäre ich doch stark für die Raumstation. Die ESA (Europäische Raumfahrtbehörde)z.B. wird von fast allen EU-Staaten mitfinanziert, was bedeutet das sich die Kosten auf rund 250 Millionen Bürger verteilt. Das ist nicht wirklich viel was der einzelnen für die Raumfahrt zahlt. Zumahl die Summen zwar für einzelne Personen groß und teuer klingen mögen aber z.B. 5 Milliarden sind für einen Staat wie Deutschland alleine nicht mal viel. Außerdem müssen wir als Menschen einfach ins Weltall vordringen, wir haben keine andere Wahl die Neugier treibt uns einfach dazu. Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen hat die Raumfahrt auch ein vereinendes Potenzial. Da oben sind die Astronauten nicht muslimisch oder christlich, schwarz oder weiss, Amerikaner oder Deutsche, sonder in erster Linie einfach nur Menschen. Außerdem möchte ich darauf hinweisen wie sich das bewusstsein der Menschen geändert hat als es zum ersten mal ein Foto von der Erde gab mit dem leeren schwarzen Hintergrund und der farbenfrohen Erde in der Mitte. Die Weltraumforschung prägt unser Weltbild und verbindet die Menschen.
wolf68, 01.03.2011
3. Genial!
"Die Astronauten öffneten eine Metallbüchse, die das im Weltall herrschende Vakuum einfangen soll. Die Büchse soll später zurück zur Erde gebracht und ausgestellt werden." Wie haben die das eigentlich gemacht? Dem Vakuum Salz auf den Schwanz gestreut? What will they think of next? Wenn Die schon dabei sind, können sie vielleicht auch ein paar Säcke Sonnenlicht mitbringen. Die wiegen ja nicht viel. Die Grenzen zwischen SPON und SPAM sind ja inzwischen wohl doch ziemlich fliessend.
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