Weltraumteleskop "Hubble" Die Top 10 des Superauges

Es lieferte Bilder von Sternen, Galaxien und Nebel in bislang unbekannter Schärfe. Das Weltraumteleskop "Hubble" verschaffte Laien und Astronomen einen enormen Erkenntnisschub. Aber jetzt, nach 16 Jahren im All, ist das Superauge altersschwach. Ein Rückblick auf die spektakulärsten Beobachtungen.

Von Mario Livio


Kaum ein anderes Fernrohr hat unser Wissen vom Kosmos so entscheidend beeinflusst wie das Weltraumteleskop "Hubble". Das heißt aber nicht, dass damit besonders viele Entdeckungen gelungen wären. Bedeutsam ist das Gerät eher dadurch geworden, dass es im Zusammenspiel mit anderen Satelliten und irdischen Teleskopen betrieben wird.

Erkennen Astronomen mit diesen Instrumenten Hinweise auf besonders interessante Objekte oder Ereignisse, wird das Weltraumteleskop benutzt, um Bilder in einer Schärfe zu liefern, die schon oft vage Spekulationen in überzeugende Beweise verwandelt haben – und Theoretiker dazu zwangen, ihre Aussagen vom Universum und den darin befindlichen Objekten nachzubessern.

Im April dieses Jahres war das Teleskop bereits 16 Jahre in der Erdumlaufbahn. In dieser Zeit hat es nicht nur das Weltbild der Astronomen revolutioniert, sondern auch unzählige Laien für die Wunder des Kosmos begeistert. Leider ist das Weltraumteleskop mittlerweile eher wegen seiner unsicheren Zukunft im Gespräch, doch das aus gutem Grund: Ohne eine weitere Reparatur würde das Teleskop womöglich bereits 2008 seinen Betrieb einstellen müssen. Während die Nasa darum kämpft, erneut regelmäßige Flüge mit dem Spaceshuttle durchzuführen, verschlechtert sich "Hubbles" Zustand von Tag zu Tag.

Vielleicht ist ein solcher Augenblick, in dem noch viel zu retten ist, ein guter Anlass für einen Rückblick auf anderthalb Jahrzehnte, die uns im Nachhinein als ein goldenes Zeitalter der Astronomie erscheinen. Auf den folgenden Seiten berichte ich von dem, was ich für die zehn wichtigsten Beiträge "Hubbles" halte.

Natürlich ist das eine subjektive Auswahl, aber in einem so kurzen Artikel ist es unmöglich, allen Leistungen von "Hubble" gerecht zu werden. Das Datenarchiv enthält bereits mehr als 27 Terabyte Daten und wächst pro Monat im Durchschnitt um 390 Gigabyte an. Mehr als 6200 wissenschaftliche Publikationen basieren bis heute auf diesen Daten, ohne dass ein Ende abzusehen wäre.

Allein in den letzten Monaten wurden mit "Hubble" zwei neue Monde des Zwergplaneten Pluto, eine erstaunlich massereiche Galaxie im frühen Universum sowie ein planetarischer Begleiter bei einem Braunen Zwerg entdeckt – jede für sich eine bahnbrechende Entdeckung. Wir haben das Glück, in einer Zeit zu leben, in der die Menschen Einzelheiten des Kosmos sehen können, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar waren.

Die "Top 10" des "Hubble"-Teleskops
(Klicken Sie auf den jeweiligen Link, um zu den Texten und Fotos zu gelangen.)

1: Der große Kometeneinschlag

2: Extrasolare Planeten

3: Sterne im Todeskampf

4: Kosmische Geburten

5: Galaktische Archäologie

6: Supermassereiche Schwarze Löcher

7: Die größten Explosionen

8: Am Rand der Welt

9: Das Alter des Universums

10: Das beschleunigende Universum

Der Autor dieses Textes, Mario Livio, arbeitet am Space Telescope Science Institute in Baltimore und beschäftigt sich vor allem mit Dunkler Energie, Supernovae, Akkretion auf kompakte Objekte sowie extrasolaren Planeten. In seiner Freizeit schreibt er populärwissenschaftliche Bücher.



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