Wetter auf Braunem Zwerg Stark bewölkt mit leichtem Eisenregen

Astronomen haben die erste Wetterkarte eines Braunen Zwergs erstellt. Die Aussichten auf dem Himmelskörper namens Luhman 16B sind allerdings ziemlich ungemütlich: Es ist stark bewölkt bei rund 1000 Grad und leichtem Eisenregen.
Wechselnde Wolken auf Luhman: Oberfläche erstmals direkt kartiert

Wechselnde Wolken auf Luhman: Oberfläche erstmals direkt kartiert

Foto: AFP / European Southern Observatory / I. Crossfield

Heidelberg/London - Braune Zwerge sind merkwürdige Gebilde: Zwergenhaft sind sie keinesfalls, da sie die 13- bis 75-fache Masse des Riesenplaneten Jupiter besitzen. Dennoch sind die Gaskugeln zu klein, um in ihrem Inneren das Feuer der Kernfusion zu zünden, das Sterne zum Leuchten bringt. 2013 haben Astronomen das Doppelsystem Luhman 16AB entdeckt - und es hat ihnen nun dabei geholfen, die erste Wetterkarte für einen Braunen Zwerg zu erstellen.

Die Aussichten auf Luhman 16B sind demnach eher ungemütlich: stark bewölkt bei rund 1000 Grad und leichtem Eisenregen, wie das Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg berichtet. Das internationale Forscherteam unter Leitung von MPIA-Astronom Ian Crossfield präsentiert seine Beobachtungen im Fachmagazin "Nature" .

Luhman 16AB besteht aus zwei Braunen Zwergen im Sternbild Vela (Segel). Sie sind mit nur 6,5 Lichtjahren Entfernung nach Alpha Centauri und Bernards Pfeilstern die drittnächsten Himmelsobjekte zu unserem Sonnensystem. Ein Lichtjahr ist die Distanz, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, es entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Die Aufnahmen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (Eso) zeigen helle und dunkle Wolkenstrukturen auf Luhman 16B. "Frühere Beobachtungen haben bereits Hinweise darauf ergeben, dass Braune Zwerge eine gefleckte Oberfläche besitzen sollten. Jetzt können wir solch eine Oberfläche direkt kartieren", so Crossfield. "Bei dem, was wir sehen, dürfte es sich um eine unregelmäßige Wolkendecke handeln, nicht unähnlich der Oberfläche des Jupiter."

Ähnliche Wolken wie am Jupiter

Angesichts der Temperaturen von mehr als 1000 Grad Celsius bestehen die Wolken in der Wasserstoffatmosphäre von Luhman 16B nach Angaben des Instituts allerdings aus winzigen Tröpfchen flüssigen Eisens und verschiedenen Mineralen.

Wegen der gigantischen Entfernung sind die Aufnahmen des Braunen Zwergs natürlich nicht annähernd so detailliert, wie Wettersatelliten sie von der Erde liefern, aber sie zeigen erste Details. "In Zukunft sollten wir dabei zusehen können, wie auf Luhman 16B Wolken neu entstehen, sich entwickeln und wieder verschwinden", erläutert Crossfield. "Vielleicht können Exo-Meteorologen dann irgendwann vorhersagen, wann ein Besucher auf Luhman 16B klaren oder bewölkten Himmel erwarten könnte."

Erst kürzlich hatten Forscher um Laura Kreidberg von der University of Chicago berichtet, dass sie auf dem Exoplaneten Gliese 1214b dichte Wolken beobachtet haben. Diese seien aber ganz anders als Wolken auf der Erde. Bei einer Temperatur von rund 230 Grad Celsius sei der Exoplanet vermutlich von Kaliumchlorid oder Zinksulfid umhüllt.

chs/dpa
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