Wiedereintritt gelungen "Discovery" kurz vor der Landung

Die "Discovery" hat die gefährlichste Phase des Rückflugs zur Erde erfolgreich absolviert: Der Wiedereintritt in die Atmosphäre bereitete keine Probleme. In diesen Minuten soll die Raumfähre in Kalifornien landen.




Übertragungswagen am Cape Canaveral: Vergebens auf Ankunft der "Discovery" gewartet
REUTERS

Übertragungswagen am Cape Canaveral: Vergebens auf Ankunft der "Discovery" gewartet

Houston - Die Besatzung der "Discovery" hat gegen 13.06 Uhr MESZ die Triebwerke gezündet, um die Erdumlaufbahn zu verlassen. Der zwei Minuten und 42 Sekunden lange Betrieb der Zwillingsraketen bremste die Fähre und startete den etwa einstündigen Landeanflug. Um 13.40 Uhr deutscher Zeit ist die Raumfähre in die Atmosphäre eingetreten. Wenig später tauchte die "Discovery" über dem amerikanischen Festland auf. Um 14.12 Uhr MESZ soll sie auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien landen. Die Nasa überträgt die Landung live im Internet.

Mit dem Beatles-Hit "Good Day, Sunshine" hatte die Nasa heute Morgen die sieben Astronauten an Bord der "Discovery" geweckt. Doch der Sonnenschein blieb aus, zumindest am Kennedy Space Center in Florida. Stattdessen bildeten sich am Cape Canaveral sogar kleine Gewitter in der Nähe der Landebahn. Im Nasa-Kontrollzentrum entschied man daraufhin, die "Discovery" zur Edwards Air Force Base nach Kalifornien zu schicken.

"Wie findet Ihr eine schöne klare Nacht in der Wüste Kaliforniens mit leichter Brise auf der Landepiste?", fragte die Flugleitung über Funk. "Wir sind zu allem bereit, was getan werden muss", antwortete "Discovery"-Kommandantin Eileen Collins.

Um 14.12 Uhr deutscher Zeit soll die Raumfähre nun an der Luftwaffenbasis aufsetzen, 53 Minuten vor Sonnenaufgang in Kalifornien. Ein weiteres Zeitfenster steht um 15.47 Uhr MESZ zur Verfügung. Eine Landung auf dem Stützpunkt White Sands in New Mexico kommt nach der Festlegung auf Edwards wegen der gewählten Flugbahn nicht mehr in Frage.

Eine Landung in Kalifornien hat für die Nasa den großen Nachteil, dass die "Discovery" Huckepack auf einer Boeing 747 zur Untersuchung auf mögliche Schäden nach Cape Canaveral zurückgebracht werden müsste. Das kostet nicht nur rund fünf Millionen Dollar, sondern könnte auch den nächsten, für den 22. September ins Auge gefassten Flug des Shuttles "Atlantis" zur Internationalen Raumstation ISS verzögern. Die "Discovery" müsste in diesem Fall als "Rettungs-Shuttle" zur Verfügung stehen.

Der kritische Moment beim Rückflug der "Discovery" ist der Eintritt in die Erdatmosphäre rund 30 Minuten vor der Landung. Zehn Minuten später kommt es zur maximalen Erhitzung mit Temperaturen bis zu 1600 Grad Celsius am Hitzeschutzschild. Die Raumfähre "Columbia" war im Februar 2003 in dieser Phase wegen eines Defekts am Hitzeschutzschild verglüht. Damals kamen alle sieben Astronauten an Bord ums Leben.

Die "Discovery" war am 26. Juli mit Ausrüstung und Versorgungsgütern für die ISS-Bewohner an Bord gestartet. Neben Instandsetzungsarbeiten an der Station mussten auch Reparaturen an der Außenseite des Shuttles durchgeführt werden - zum ersten Mal in der Geschichte während eines Aufenthalts im All.

Der noch immer für den 22. September geplante Start der "Atlantis" hängt nicht nur von einer rechtzeitigen Rückkehr der "Discovery" ab, sondern auch von der schnellen Arbeit der Nasa-Ingenieure. Denn das Hauptproblem der Space Shuttles ist weiterhin ungelöst, wie beim Start der "Discovery" offenbar wurde. Zwei Minuten nach dem Abheben löste sich ein großes Stück Schaumstoff vom Haupttank und verfehlte die "Disovery" nur knapp. Der Brocken war noch größer war als das Isolierstück, das im Februar 2003 ein Loch in den Hitzeschild der "Columbia" geschlagen und so deren Absturz verursacht hatte.



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Shalashaska, 07.07.2005
1.
---Zitat von sysop--- Oder sind die Nutzeffekte der Erforschung des Alls trotz schöner Bilder weiterhin zweifelhaft? ---Zitatende--- Die Erforschung des Alls. Ein ziemlich breitfächernder Begriff. Die Zielbreite der Forschungen sollte mehr eingeschränkt werden. Wieso z.B. werden keine Bilder von der Rückseite des Mondes veröffentlicht? Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir?
Hans-Joachim Grüßner, 07.07.2005
2.
---Zitat von Shalashaska--- Was nutzt uns ein "Deep Impact" auf einem Kometen? Nichts, reine Geldverschwendung. ---Zitatende--- Moin, erst nachdenken, dann schreiben. Die Deep Impact-Mission gibt uns erste Daten darüber, wie man es anfangen könnte, einen Kometen, der die Erde zu treffen droht (ist ja schon öfter passiert), von diesem Kurs abzubringen, zu bremsen, zu zerstören. Wenn so ein Teil die Erde mal getroffen hat, spielt Geld überhaupt keine Rolle mehr. Nie mehr. ---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. ---Zitatende--- Aha. Und von welchem Nutzen ? Den nicht unbemannte Sonden auch erbringen könnten ? Wohl zuviel SF gelesen.... Da frag ich mich, wo leben Sie .. ;-) Gruß von der Ostsee Hanjo Grüßner
Sina Kleist, 07.07.2005
3.
---Zitat von Shalashaska--- Eine bemannte Mission zu fernen Himmelskörpern wäre angebrachter und würde der Forschung auch von Nutzen sein. Wie bei dem Artikel von "von Brauns Raumschiff". Die Arbeiten wurden eingestellt weil ja Vietnam wichtiger war, da frag ich mich wo leben wir? ---Zitatende--- hmmmm..... da draußen sind Sonden zum Teil seit Jahrzehnten unterwegs und liefern recht gescheite Daten. Warum sollte man Menschen auf One-Way-Missionen schicken, wenn es auch anders geht?
Daniel Klein, 07.07.2005
4. Nicht nach den Sternen gereifen ohne Ahnung
Sie sprechen von bemannten Missionen zu Planeten und über deren bessere Erforschung. Doch kennen wir nicht einmal das ganze Potenzial unseres Planeten und haben noch nicht einmal seine Erhaltung im Griff. Ich bin auch dafür das man die Erforschung des Weltraums nicht links liegen lässt. Doch Eile mit Weile. Eines der großen Probleme der Menschen, die jetzt schon von bemannten Flügen zum Mars oder gar anderen Planeten (was ganz und gar unmöglich ist) sprechen, ist: Das sie es vermeindlich schon gesehen haben. Bruce Willis Landet auf Kometen, Val Kilmer erichtet Basisstadionen auf dem Mars und Arni lebt auf dem selben. Wenn man solche Bilder,aus der beeindruckenden Trick- schmieden Holywoods, sieht beeindrucken keine Steine oder erstaufnahmen der Marsoberfläche mehr. Doch das sollten sie denn es ist einfach das beste was wir zum heutigen Stand der Technik erreichen können. Weiter mache weiter Forsche irgendwann ereichen wir den Mars. Doch zur Zeit, sich mit dem zufrieden geben was möglich ist.
5(077y 07.07.2005
5. ziemlich gewagt...
Moin zusammen... Also ich fand das experiment doch ein wenig gewagt; wer sagt denn das der Klotz die komplette kinetische energie, die bei dem Aufprall enstand absorbiert hat... was wäre, wenn sich herausstellt, das die sache doch mehr Einfluss auf die Flugbahn des Kometen hatte als ursprünglich berechnet?! Ok, das ist zwar im Anbetracht der Größenverhältnisse äußerst unwarscheinlich... aber wenn man hier ein kleinwenig mit der Chaostheotie herumfuchtelt, klingt die Sache doch schon ein bischen interessanter.
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