Mondsonde "Yutu" China gibt den "Jadehasen" verloren

Ungewisses Ende für den "Jadehasen": China hat die defekte Sonde "Yutu" auf dem Mond verloren. Das vorzeitige Scheitern der Mission gilt als herber Rückschlag für die ehrgeizigen Ziele des chinesischen Raumfahrtprogramms.

Chinesische Sonde "Yutu" im Dezember: Keine "volle Funktionsfähigkeit" mehr
REUTERS/ CCTV

Chinesische Sonde "Yutu" im Dezember: Keine "volle Funktionsfähigkeit" mehr


Peking - China vermisst das defekte Mondfahrzeug "Yutu". Die Sonde hat sechs Räder und Solarflügel. Sie gilt als wichtige Etappe für die chinesische Raumfahrt, vor knapp zwei Monaten war sie auf dem Erdtrabanten gelandet. Jetzt hat die Volksrepublik den "Jadehasen" verloren gegeben.

Nachdem die Chinesische Raumfahrtbehörde Ende Januar technische Probleme mit der Sonde gemeldet hatte, habe sie deren "volle Funktionsfähigkeit" nicht wiederherstellen können, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur China News Service (CNS) am Mittwoch. Für das ehrgeizige chinesische Raumfahrtprogramm ist das vorzeitige Scheitern der Mission ein herber Rückschlag.

Das Mondfahrzeug "Yutu", der "Jadehase", war seit dem 15. Dezember auf dem Erdtrabanten und sollte rund drei Monate lang über die Mondoberfläche fahren und unter anderem nach Bodenschätzen suchen. Nachdem die Raumfähre "Chang'e-3" den Mond seit dem Nikolaustag umkreist hatte, verlief die erste chinesische Mondlandung, unterstützt von der Europäischen Weltraumbehörde Esa, ohne Probleme.

Daraufhin startete der ferngesteuerte Rover seine Erkundungsfahrt und sendete nach zwei Tagenerste Aufnahmen zur Erde. Am 25. Januar berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua jedoch von einer "Unregelmäßigkeit bei der technischen Kontrolle", die mit "der komplizierten Umgebung auf der Mondoberfläche" zu tun habe.

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"Chang'e-3": Rover "Jadehase" sendet erste Bilder
Die Volksrepublik will bis 2020 eine dauerhafte Station im All aufbauen. Für Peking ist das vom Militär verantwortete Programm ein Symbol für das wachsende internationale Gewicht des Landes und die wissenschaftliche und technische Aufholjagd gegenüber der westlichen Welt und Russland.

China ist das dritte Land nach den USA und der früheren Sowjetunion, dem eine Landung auf dem Mond geglückt ist. Das letzte Mal hatte die Sowjetunion im Jahr 1976 erfolgreich eine Sonde auf den Erdtrabanten geschickt. Die chinesische Raumfahrtbehörde feierte die erste erfolgreiche Mondlandung nach fast vier Jahrzehnten als wichtigen Schritt "für die ganze Menschheit".

mxw/AFP



insgesamt 6 Beiträge
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Zearom 12.02.2014
1. Das liest sich aber in bestimmten Blogs ganz anders...
Laut dem SpaceBlog von Emily Lakdawall ist die Situation garnicht so aussichtslos wie in diversen Newsseiten geschildert. Yutu scheint sehr wohl Signale von sich zu geben. Quelle: http://www.planetary.org/blogs/emily-lakdawalla/2014/possible-hope-for-yutu.html
Nachteuie 13.02.2014
2. Schade für den Jadehasen....
Ja, natürlich werden jetzt einige China-kritische Foristen jetzt jubilieren....aber seien wir ehrlich, Shit-happens, und im Weltraum oder auf dem Mond mit seinen komplizierten Umweltbedingungen halt dummerweise noch öfter als sonst wo. Man braucht nicht nur HighTech und KnowHow um erfolgreich Raumfahrt-Projekte dieser Größe durchziehen zu können, sondern auch halt immer etwas Glück. Und diesmal fehlte dem Jadehasen und seinen Vätern eben dieses bisschen notwendige Glück. Und bevor gerade die deutschen, europäischen und amerikanischen Besserwisser hier triumphieren: Wann war der letzte autonome Mondlander der ESA auf dem Mond? Und ich wage mal einfach so zu behaupten, dass auch die NASA so eine Mondmission nicht locker einfach "so" aus dem Ärmel schütteln könnte! Auch wenn viele von erdähnlichen Exo-Planeten, Missionen zu Mars und Venus etc. träumen: Auch eine Mission zum Mond ist halt noch immer High-Tech-Forschung erster Güte - und da kann eben was schief gehen. Liebe Chinesische Raumfahrt-Verantwortliche: Nur nicht den Mut sinken lassen und viel viel Glück beim nächsten Projekt. Es kann nie genug Weltraum-Forschung geben - egal wer sie warum betreibt!
SkeptischerLeser 13.02.2014
3. optional
Teile bei Alibaba.com zu kaufen birgt immer ein gewisses Risiko.
hubertausdernähe 13.02.2014
4. Kinesen
Ich hatte schon vor dem Start etwas solches von den Chinesen erwartet. Denen fehlt einfach das westliche Knowhow. Sind nicht schon nach dem Start Trümmer auf ein Wohngebiet gefallen?
holminger 13.02.2014
5. Warum soll es den Raumfahrtheinis besser ergehen
als uns Verbrauchern, die sich täglich mit Made in China rumärgern dürfen. Die chinesische Regierung könnte das ja auch als Anlass nehmen, um ihre Firmenbosse in die Spur zuschicken, endlich bessere Qualität abzuliefern. Sonst ist sie ja auch nicht zimperlich.
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