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Medizin Wiederkehr eines Pilzes

aus DER SPIEGEL 48/1996

Eine flechtenartige Hautkrankheit, ausgelöst durch den in Deutschland längst ausgestorben geglaubten Fadenpilz Trichophyton tonsurans, hat sich in den letzten Jahren vor allem unter Ringern wieder stark ausgebreitet. Vor etwa drei Jahren hatten Dermatologen an der Berliner Charité bei zwei jungen Ringern die scheiben- oder ringförmigen Herde mit kleinen Pusteln entdeckt und die Erreger in einer Kultur nachgewiesen. Mittlerweile, so zitiert die Medical Tribune einen befallenen Kampfsportler, »sieht die ganze Bundesliga aus wie ich«. Der hautkontaktbetonte Sport begünstigt die Übertragung. Die Pilze nisten sich besonders im Gesicht, aber auch an Hals, Stamm, Ober- und Unterarmen ein. Charité-Dermatologe Hans-Jürgen Tietz erhielt inzwischen Pilzkulturen mit den Fadenpilzen aus zahlreichen anderen Städten, in denen Ringer-Staffeln von der Hautkrankheit befallen waren. Doch auch Nichtringer, etwa Ehefrauen, die engen Kontakt zu Betroffenen hatten, blieben von den Pilzen nicht verschont. Eine dreiwöchige Tablettenkur mit antimykotischen Mitteln und eine gleichzeitige lokale Salbentherapie machen dem Pilzbefall ein Ende.

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