Bericht über den Klimazustand Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt

Um durchschnittlich 0,5 Grad pro Dekade sind die Temperaturen in Europa gestiegen – mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt. Dabei ist der Hitzesommer 2022 in der Rechnung noch nicht enthalten.
Hitzewelle im Windsor Great Park in England

Hitzewelle im Windsor Great Park in England

Foto: Mark Kerrison / In Pictures / Getty Images

In Europa sind die Temperaturen in den vergangenen 30 Jahren mehr als doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Durchschnitt, kein anderer Kontinent hat sich so schnell erwärmt. Das berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf, die zusammen mit dem europäischen Erdbeobachtungssystem Copernicus in Reading den Klimazustandsbericht Europa vorlegte. Der Fokus liegt auf dem Zeitraum bis zum vergangenen Jahr 2021.

Temperaturanstieg in der Arktis besonders schnell

Im Zeitraum von 1991 bis 2021 seien die Temperaturen in Europa durchschnittlich um 0,5 Grad pro Jahrzehnt gestiegen. Sie steigen in der Arktis und in höheren nördlichen Breiten der Erde besonders schnell. Zudem erwärmt sich die Luft über Kontinenten im Schnitt rascher als über Ozeanen. Wenn der Erwärmungstrend anhält, werden außergewöhnliche Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen und andere Auswirkungen des Klimawandels die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Ökosysteme beeinträchtigen, heißt es.

Die Alpengletscher hätten von 1997 bis 2021 rund 30 Meter ihrer Eisdicke verloren, heißt es in dem Bericht. Der Eisschild Grönlands schmelze und beschleunige den Anstieg des Meeresspiegels. Im Sommer 2021 wurde dort am höchsten Punkt auf gut 3200 Metern erstmals seit Beginn der Messungen in den Achtzigerjahren Regen statt Schnee registriert.

Im Jahr 2021 hätten schwerwiegende Wetter- und Klimaereignisse zu Hunderten von Todesopfern geführt. Mehr als eine halbe Million Menschen sei direkt betroffen gewesen, der wirtschaftliche Schaden hätte sich auf über 50 Milliarden US-Dollar belaufen. Mehr als zwei Drittel der Ereignisse seien dabei Überschwemmungen oder Stürme gewesen.

»Während der Erwärmungstrend anhält, werden außergewöhnliche Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen und andere Auswirkungen des Klimawandels die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Ökosysteme beeinträchtigen«, teilte die WMO mit.

Der Ehrgeiz, die Emissionen zu verringern, müsse gesteigert werden, sagte WMO-Chef Petteri Taalas. »Europa kann eine Schlüsselrolle dabei spielen, bis zur Mitte des Jahrhunderts eine kohlenstoffneutrale Gesellschaft zu erreichen, um das Pariser Abkommen zu erfüllen«.

ani/dpa
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