Streitthema in der EU Zeitumstellung wird (vorerst) nicht abgeschafft

Eigentlich sollte die Zeitumstellung im kommenden Jahr enden, doch dazu wird es vorerst nicht kommen. Laut EU-Diplomaten sind derzeit keine Aktivitäten geplant. SPD-Politikerin Katarina Barley übt Kritik.
Die Zeitumstellung wird vorerst nicht abgeschafft (Symbolbild)

Die Zeitumstellung wird vorerst nicht abgeschafft (Symbolbild)

Foto: A3462 Marcus Führer/ dpa

Das Thema ist innerhalb Europas seit jeher umstritten - und wird es auch vorerst bleiben: Ein schnelles Ende der halbjährlichen Zeitumstellung auf europäischer Ebene ist weiterhin nicht in Sicht. Während der deutschen Ratspräsidentschaft in diesem Halbjahr sind laut EU-Diplomaten keine Aktivitäten geplant, bei diesem Thema zu einer ausreichenden Mehrheit unter den 27 Mitgliedstaaten zu gelangen.

An diesem Sonntag werden mit Beginn der Winterzeit die Uhren in Europa wieder um eine Stunde zurückgedreht. Das Europäische Parlament hatte sich bereits im März 2019 dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in allen EU-Ländern abzuschaffen. Vorausgegangen war 2018 eine öffentliche Befragung der Kommission, in der sich eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmer für eine Abschaffung der Umstellung ausgesprochen hatte.

Laut EU-Parlament sollte die Umstellung im nächsten Jahr enden. Dafür ist aber ein Beschluss der EU-Mitgliedstaaten nötig. Diese müssten sich festlegen, ob sie eine dauerhafte Winter- oder Sommerzeit einführen wollen. Ein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen unter Nachbarstaaten soll dabei vermieden werden. Die deutsche Bundesregierung teilte mit, es fehle noch eine "europaweite Folgenabschätzung".

"Bräuchte jemanden, der das Heft in die Hand nimmt"

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Katarina Barley (SPD), nahm die Bundesregierung in die Pflicht. "Es bräuchte jetzt jemanden, der das Heft in die Hand nimmt", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung". "Die deutsche Ratspräsidentschaft wäre dafür eine gute Gelegenheit." In Deutschland liege das Thema bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU. Ihn habe man inzwischen zum Handeln aufgefordert.

Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde es im Westen und Nordwesten des Kontinents im Winter sehr spät hell werden. Bei einer ständigen Winterzeit würde im Sommer die Sonne im Osten sehr früh aufgehen.

bam/dpa

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