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Zucker fürs Zwerchfell

aus DER SPIEGEL 3/1972

Die üblichen Zeremonien sind zahlreich und absonderlich -- Kopfstand und Atemanhalten, Erschrecken und Wassertrinken etwa gelten als probate Mittel, den Schluckauf zu vertreiben. Meist verschwindet das Übel, ein unwillkürliches, ruckartiges Zusammenziehen des Zwerchfells, ohnehin nach wenigen Minuten. Mitunter aber (so bei Zwerchfellentzündung, Grippe, Magendruck, Bauchfellentzündung, nach Operationen und bei Hysterie) kann das zwanghafte Japsen Stunden, Tage oder gar Wochen anhalten. Nun empfehlen Mediziner zweier amerikanischer Universitäten als verläßliches Mittel gegen das Hicksen, was gleichfalls schon als Ammen-Kur im Volksbrauch war: »Ein Teelöffel gewöhnlichen weißen körnigen Zuckers, trocken geschluckt«, befreite 19 von 20 Patienten von hartnäckigem Schluckauf. Wahrscheinlich, so spekulierten die Forscher im »New England Journal of Medicine«, wirke nicht die Süße, sondern das Kratzen im Hals -- aber sie möchten statt Zucker »doch lieber nicht einen Teelöffel Sand anraten«.

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