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Risiko US-Währung Doppeldefizit bedroht den Dollar

Das Defizit im Staatshaushalt der USA hat seit Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush stetig zugenommen: 2005 fehlten 319 Milliarden Dollar im Bundesetat, in diesem Jahr dürfte die Lücke auf 359 Milliarden Dollar wachsen.
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Noch dramatischer ist das Defizit in der Handelsbilanz der weltgrößten Volkswirtschaft: Der Wert aller Importe in die USA überstieg den Wert der Exporte um 725 Milliarden Dollar.

Die US-Bürger leben über ihre Verhältnisse. Sie müssen sich Tag für Tag rund sechs Milliarden Dollar vom Rest der Welt borgen, um ihr Leistungsbilanzdefizit und ihre eigenen Investitionen im Ausland zu finanzieren. Das können sie sich leisten, so lange ausländische Investoren weiterhin viel Geld in US-Güter, Aktien und US-Anleihen investieren. Doch der Großteil der ausländischen Investitionen kommt nicht mehr von privaten Geldgebern, sondern von Staaten wie Japan und China, die mit massiven Käufen von US-Anleihen versuchen, eine Aufwertung ihrer eigenen Währung gegenüber dem Dollar zu verhindern.

Um das Defizit in der Handelsbilanz zu halbieren, müsste der US-Dollar handelsgewichtet etwa 20 bis 25 Prozent abwerten, schätzt Fred Bergsten vom Institut für Internationale Ökonomie. Selbst wenn der Dollar langsam und stetig in diesem Ausmaß abwerten würde, blieben in Verbindung mit weiterhin hohen Ölpreisen signifikante Risiken: Höhere Inflation, höhere Zinsen, weniger Wachstum. Im Fall einer raschen, deutlichen Abwertung des Dollar könnten die Zinssätze in den USA schnell in den zweistelligen Bereich steigen: Die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise wäre hoch.

Jede Handelsbilanz hat zwei Seiten: Bei den USA steht ein hohes Defizit, in Staaten wie China, Japan und Deutschland ein hoher Überschuss. In der Vergangenheit führten solche wachsenden Ungleichgewichte häufig zu Protektionismus: Im US-Kongress werden regelmäßig Stimmen laut, Handelsbeschränkungen gegenüber China durchzusetzen.

"So lange die US-Wirtschaft wächst und weiterhin genug Geld aus dem Ausland anzieht, sollte die US-Regierung diese Zeit nutzen, um das Defizit herunterzufahren", meint Robert Hormats, Vice Chairman von Goldman Sachs. Sollte das Produktivitätswachstum in den USA in der Zukunft stark fallen und eine Kapitalflucht einsetzen, sei es für eine sanfte Genesung zu spät.

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