Grammy-Gala in Los Angeles Frauen triumphieren, Killer Mike wird festgenommen
Es war ein Abend der starken Frauen bei der 66. Grammy-Verleihung in Los Angeles: Alle vier genreübergreifenden Preise gingen an Musikerinnen.
Die trophäentragenden Arme auf dem vorherigen Bild sind die von Victoria Monét, die als beste Newcomerin ausgezeichnet wurde. Außerdem gewann sie mit ihrem Debüt »Jaguar II« den Preis für das beste R&B-Album und für die beste Aufnahmetechnik.
Links im Bild die meistausgezeichnete Musikerin des Abends: Phoebe Bridgers erhielt gleich vier Preise, drei davon gemeinsam mit Lucy Dacus und Julien Baker für die Band Boygenius (Beste Rockperformance, bester Rocksong, bestes Alternative-Album) und einen für die beste Pop-Duo-Performance als Gesangspartnerin von SZA auf »Ghost in the Machine«. Rechts gratuliert eine andere Siegerin des Abends.
Taylor Swift wurde für das Album des Jahres ausgezeichnet. Mit »Midnights« gewann sie diesen Hauptpreis schon zum vierten Mal – und ist nun alleinige Rekordhalterin. Zur Bühne begleitete sie Kollegin (und Mitnominierte) Lana Del Rey.
Sie schrieb den besten Song nach Ansicht der Grammy-Jury: Billie Eilish wurde gemeinsam mit ihrem Bruder Finneas für »What Was I Made For« ausgezeichnet – auch in der Kategorie »Bester Song für einen Film«. Damit ist die »Barbie«-Ballade auch bei den Oscars gut im Rennen.
SZA (l.) war mit neun Nominierungen vor der Gala die Topfavoritin. Am Ende wurden es »nur« drei Preise, keiner davon genreübergreifend. Doch Präsentatorin Lizzo zeigt: Ein Grammy für den besten R&B-Song (für »Snooze«) ist wirklich auch ein Grund zum Feiern.
Jay-Z wurde bei den Grammy Awards mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, dem »Dr. Dre Global Impact Award«. Er nahm die Trophäe gemeinsam mit seiner Tochter Blue Ivy Carter entgegen.
In seiner Dankesrede kritisierte Jay-Z die Grammy-Gremien, dass sie bisher noch nie den Hauptpreis für das Album des Jahres an seine Ehefrau Beyoncé (im Bild mit Hut) vergeben hat. Sie ist mit insgesamt 32 Preisen Rekordhalterin. Diesmal hatte sie kein Album im relevanten Zeitraum veröffentlicht.
Ein emotionaler Auftritt: Céline Dion, deren Karriere durch eine schwere Erkrankung, das sogenannte Stiff-Person-Syndrom, unterbrochen ist, wurde auf die Bühne geführt, um den Preis für das Album des Jahres zu überreichen. Preisträgerin Taylor Swift wurde nach der Show in den sozialen Medien dafür kritisiert, nicht auf Dion eingegangen zu sein.
Hier kann der Rapper Killer Mike noch strahlen: Vor dem im Fernsehen übertragenen Teil der Gala war er mit drei Preisen ausgezeichnet worden: für das beste Rap-Album, die beste Rap-Performance und den besten Rap-Song. Doch vor der TV-Show wurde er von der Polizei abgeführt und in Gewahrsam genommen. Offenbar hatte es eine körperliche Auseinandersetzung gegeben.
Killer Mike verpasste einige spektakuläre Bühnenauftritte. Miley Cyrus präsentierte ihr als beste Aufnahme des Jahres prämiertes »Flowers« – und schalt das Galapublikum dafür, nicht mitzusingen: »Warum tut ihr so, als ob ihr das Lied nicht kennt?«
Valerie Macon / AFP
Im Alter von 80 Jahren trat die kanadische Musikerin Joni Mitchell zum ersten Mal bei einer Grammy-Gala auf. Begleitet von Brandi Carlile (r.) sang sie ihren Klassiker »Both Sides Now«, komponiert 1967.
Ebenfalls ein seltener Moment: Tracy Chapman kam auf die Grammy-Bühne. Sie sang ihren Hit »Fast Car« gemeinsam mit Luke Combs, dessen Coverversion als beste Country-Soloperformance nominiert war.
Seinen ersten neuen Song seit 17 Jahren, »Turn the Lights Back On«, spielte Billy Joel zum Abschluss der Show.
Traditionell werden bei der Grammy-Gala die Verstorbenen des Jahres geehrt. Zu ihnen zählte auch Tina Turner. Fantasia Barrino präsentierte eine Hommage an die große Soulsängerin.
Trotz Nominierung in der Kategorie »Metal-Performance« gingen Slipknot leer aus – doch mit ihren Masken sahen sie auf dem roten Teppich wie immer spektakulär aus.