Taschenbuch-Bestseller Erweckerin schlummernder Geheimnisse
Nach ihrem Literaturstudium an der University of Queensland wollte Kate Morton eigentlich Schauspielerin werden. Die größere Anziehungskraft behielt dann aber doch das gedruckte Wort: Zwei abgelehnte Manuskripte lagen schon in der Schublade, als die Australierin schließlich mit dem Roman "Das geheime Spiel" doch noch einen internationalen Bestseller landete. Allein in Deutschland hat der Heyne-Verlag von der Taschenbuch-Ausgabe seit Ende 2007 bereits 300.000 Exemplare verkauft.
Die Romanhandlung rankt sich um ein Geheimnis, das erst nach 75 Jahren ans Licht gelangt: Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt Grace Bradley als Dienstbotin nach Riverton Manor, einem englischen Landhaus. Selbst noch nicht erwachsen, bewundert sie die im Hause wohnenden Hartford-Mädchen Hannah und Emmeline, die mit ihrer unbeschwerten Fröhlichkeit Leben in das Anwesen bringen. Doch die Begegnung mit dem jungen Dichter Lord Robert Hunter wird Hannah und Emmeline für immer verändern.
Das Faible für Jahrzehnte schlummernde Geheimnisse hat sich Morton auch in ihren beiden folgenden Büchern - "Der verborgene Garten" (2008) und "Die fernen Stunden" (2010) - erhalten. Bei ihren Recherchen greift die Mutter zweier Söhne besonders gern auf Autobiografien, Biografien und Memoiren zurück: "Die besten unter ihnen hauchen vergangenen Zeiten neues Leben ein", so die Autorin in einem Interview.
Für "Das geheime Spiel" hat Morton insbesondere die Erinnerungen ans englische Landleben der zwanziger Jahre von Frances Donaldson ("Child of the Twenties") und Beverley Nichols ("The Sweet and Twenties") konsultiert. Als Vorbilder für ihr eigenes Schreiben nennt die 34-Jährige unter anderem Daphne du Maurier und die Brontë-Geschwister.
Nicole Stöcker, Buchreport