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Hinrichtung von Stanley Williams Terminator kennt keine Gnade

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat das Gnadengesuch des Todeskandidaten Stanley Williams abgelehnt. Der verurteilte Mörder wird am Dienstag hingerichtet, wenn nicht noch in letzter Minute ein Bundesgericht einschreitet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Francisco - Das Büro des Gouverneurs gab Arnold Schwarzeneggers Entscheidung am Montagabend bekannt. Zuvor hatte bereits ein Bezirksberufungsgericht einen Aufschub der Hinrichtung abgelehnt. Damit wird der frühere Bandenchef Stanley "Tookie" Williams wohl in der Nacht zum Dienstag um 0.01 Uhr Ortszeit (9.01 Uhr MEZ) durch eine Giftspritze sterben.

Laut Medienberichten begründete Schwarzenegger seine Entscheidung damit, dass er trotz eingehender Prüfung "keine Rechtfertigung" für eine Begnadigung habe finden können. Schwarzenegger hatte sich mit seiner Entscheidung viel Zeit gelassen, die Stimmung in den USA war geteilt. Auf der einen Seite stand die mehrheitlich für die Todesstrafe votierende kalifornische Öffentlichkeit, auf der anderen Seite die Kritik seiner einflussreichen Familie und vieler Hollywood-Kollegen, die sich klar gegen dieselbe stellen.

Zahlreiche prominente Bürgerrechtsaktivisten, Musiker und Filmschauspieler hatten sich für den verurteilten Vierfach-Mörder eingesetzt, da er im Gefängnis der Gewalt abgeschworen hatte. Unter ihnen Bischof Desmond Tutu und Winnie Mandela, die Schauspieler Jamie Foxx, Dannie Glover, Anjelica Houston, Tim Robbins und der Pastor Jesse Jackson. 50.000 Menschen unterzeichneten eine Petition. Auch das Gnadengesuch von Williams' Anwälten argumentierte damit, dass sich dieser in der Haft geläutert habe. In seinen Kinderbüchern warnt der 51-Jährige vor der Bandenkriminalität, weshalb er mehrfach für den Friedens- und Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde. Er bekennt sich dazu, früher ein verbrecherisches Leben geführt zu haben. Die Verantwortung für die vier Morde, für die er 1981 verurteilt wurde, streitet er jedoch ab.

Im Februar und März 1979 soll "Tookie", Anführer der berüchtigten Crips-Gang, bei Raubüberfällen im Süden Los Angeles den Ladenbesitzer Albert Owens und drei Mitglieder einer Einwandererfamilie aus Taiwan, die ein Motel betrieben, getötet haben. Im Gespräch mit Rolling-Stone-Ex-Frau und Menschenrechtsaktivistin Bianca Jagger erklärte er noch vor drei Wochen in San Quentin: "Ich bin unschuldig. Ich habe die Verbrechen, für die ich zum Tod verurteilt wurde, nicht begangen. Ich kann nicht Reue zeigen und für ein Verbrechen um Vergebung bitten, das ich nicht begangen habe, auch wenn ich mit meiner Weigerung mein Leben aufs Spiel setze. Ich kann nicht lügen, um zu leben."

Schwarzenegger hat damit während seiner Amtszeit bereits drei Gnadengesuche von Todeskandidaten abgewiesen. Die bislang letzte Begnadigung eines zum Tode Verurteilten in Kalifornien datiert bis 1967 zurück.