Spielzeugautos Mit dem Bugatti Baby in die Schule
»Bugatti Baby II«
Foto: BUGATTIIm bayerischen Burghaslach, an der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg, steht eines der größten Automobilwerke des Landes. Millionenfach verkauft sich der Bestseller, das Bobby-Car des Spielzeughersteller Simba-Dickie. Das laut Hersteller erfolgreichste »Rutsch-Auto« der Welt kostet 39,90 Euro. Wenn die Hersteller großer Autos ihre Embleme draufkleben, wird es schnell teurer.
»Rutsch-Autos« im Parkmodus
Foto: Christian Charisius / picture alliance/dpaNeben dem roten Original locken viele Autohersteller mit Lizenzversionen des Bobby-Cars oder davon inspirierten Spielzeugautos. So setzt das Marketing bereits im Kinderzimmer an. Porsche 911, VW Beetle oder Tiguan, Audi TT, Mercedes-AMG GT: Sie alle sollen als Miniaturen schon mal die Markenbindung aufbauen.
»Junior Beetle« in einem VW-Autohaus
Foto: Frank Rumpenhorst / picture alliance/dpaWenn das mit dem Laufen schon klappt, geht es bei den Herstellern mit Tretautos im Stil des Kettcars weiter. Und über die Rutsch- und Tretautos hinaus, gibt es beim Spielwaren- oder Autohändler zahlreiche mehr oder minder originalgetreue Miniaturen, die mit einem E-Motor durch Flure und über Spielplätze surren. Wie im echten Automobilleben sind nach oben keine finanziellen Grenzen gesetzt.
Startpreise ab 35.000 Euro
Wer zu allem bereit ist, der kann für den Nachwuchs im Teenageralter bei der britischen Little Car Company gar sechsstellige Summen – oder sich selbst – ausgeben. Es gibt aktuell drei Modelle, die den Segen des Original-Herstellers tragen. Sie sind deutlich größer als Bobby-Cars, in originalen Farben lackiert, mit den gleichen Ledern ausgeschlagen und nutzen etwa bei Typenschild oder Zündschlüssel bisweilen identische Teile.
Zur Wahl stehen der Bugatti Baby II, der vom legendären Type 35 inspiriert ist, der aus den James-Bond-Filmen bekannte Aston Martin DB5, den es auf Wunsch auch mit Gadgets aus dem »Goldfinger«-Streifen gibt, und ein Ferrari Testa Rossa.
Ein Auto für jedes Alter
Foto: BUGATTIJedes Modell, das in Bichester von Hand binnen etwa einer Woche produziert wird, steht auf einem Gitterrohrrahmen. Über den wird eine mit den Designern der Originalanbieter abgestimmte Aluminiumkarosserie gestülpt. Darunter stecken ein E-Motor, die Prototypen spulen mehr als 5000 Kilometer ab. Selbst das billigste Auto ist mit 35.000 Euro teurer als viele ausgewachsene Neuwagen.
Dass solche Spielzeuge nicht zwingend so teuer sein müssen, wie die Miniaturen aus Bichester, zeigt Nathan Harrington. Er lässt in Vietnam vom Formel-1-Renner aus den Sechzigerjahren über den Porsche 356 oder den Mercedes 300 SL bis zum Land Rover Defender mehr als ein Dutzend Klassiker im Maßstab 1:2 bauen. Diese sind mit Preisen ab knapp 10.000 Euro zwar noch immer ziemlich teure Spielsachen, aber nur einen Bruchteil so kostspielig wie die PS-Preziosen aus Bichester.