DFB-Gegner Griechenland "Man muss Blut spucken, um uns zu bezwingen"

Sie wollen ihr Land zum Feiern bringen: Griechenland gibt sich vor dem Viertelfinale gegen Deutschland kämpferisch. Das Team baut dabei besonders auf seine etlichen Bundesliga-erfahrenen Spieler. Für Extra-Motivation bei den Griechen sorgt Angela Merkels erster EM-Besuch.

Griechenland-Verteidiger Papadopoulos: Mit Bundesliga-Erfahrung Deutschland bezwingen
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Griechenland-Verteidiger Papadopoulos: Mit Bundesliga-Erfahrung Deutschland bezwingen


Hamburg - Griechenlands Selbstbewusstsein vor dem Viertelfinalspiel gegen Deutschland scheint von Tag zu Tag zu wachsen. "Wir sind nicht die Besten, aber wer gegen uns spielt, muss Blut spucken, um uns zu bezwingen", sagte Trainer Fernando Santos, dessen Team am Freitag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Danzig auf die DFB-Elf trifft.

Für zusätzliche Motivation dürfte Angela Merkel sorgen: Die deutsche Kanzlerin wird erstmals bei der EM auf der Tribüne sitzen. Über Merkel und ihre Politik in der Euro-Krise sind die Griechen wütend - nicht nur in Athen. Torhüter Michalis Sifakis hatte vor einigen Tagen die Stimmung verdeutlicht. Er wünsche sich, dass dieses Spiel das erste und letzte für Merkel bei dieser EM werde, so der 27-Jährige.

Mit dem überraschenden Einzug in die Runde der besten Acht haben die Griechen die Erwartungen bereits übertroffen. Nun wollen sie unbeschwert aufspielen und ihren unter der Finanzkrise leidenden Landsleuten weitere Glücksmomente bescheren. "Wir wollen das Spiel genießen. Wir wollen für die elf Millionen Menschen in der Heimat spielen. Sie sollen draußen auf den Straßen feiern", sagte Stürmer Georgios Samaras: "Wir haben es gegen Russland geschafft und werden versuchen, es am Freitag wieder zu schaffen."

"Eiskalter Vollstrecker" Gekas sehnt sich nach Erfolgserlebnis

Nur die Gelb-Sperre von Kapitän Giorgos Karagounis trübt die ansonsten ausgezeichnete Stimmung im Teamhotel der Griechen in Serock vor den Toren Warschaus. Immerhin scheint schon Ersatz gefunden. Grigoris Makos soll Karagounis ersetzen - eine schwierige Aufgabe: Der Kapitän ist Herz und Seele des Teams, zudem der Stratege im Mittelfeld.

Umso mehr setzt Griechenland auf seine Defensive. Die Bundesliga-Profis Kyriakos Papadopoulos (Schalke 04) und Sokratis (Werder Bremen) werden die Innenverteidigung bilden und versuchen, Mario Gomez und Co. am Toreschießen zu hindern. Es sei sehr wichtig, dass viele aus dem Team schon in der Bundesliga gespielt hätten oder derzeit dort spielten, sagte der 20-jährige Papadopoulos: "Das kann ein Vorteil sein."

Neben Papadopulos und Sokratis spielt auch Konstantinos Fortounis (1. FC Kaiserslautern) in Deutschland. Drei weitere EM-Spieler haben eine Bundesliga-Vergangenheit: Georgios Tzavelas lief 2010/2011 für Eintracht Frankfurt auf und hält mit einem Tor aus 73 Metern - übrigens gegen Manuel Neuer - den Bundesliga-Rekord für den Treffer aus der weitesten Entfernung. In der vergangenen Saison war er an den AS Monaco ausgeliehen. Auch Nikos Liberopoulos stand bereits bei der Eintracht unter Vertrag (2008 bis 2010). José Holebas wurde in Aschaffenburg geboren und wechselte 2010 von Zweitligist 1860 München nach Piräus. Er ist gegen Deutschland allerdings gelbgesperrt.

Über die größte Erfahrung verfügt der Torschützenkönig von 2007, Theofanis Gekas. Zwischen 2006 und 2011 bestritt der 32-Jährige insgesamt 133 Bundesliga-Spiele und erzielte 55 Tore für den VfL Bochum, Bayer Leverkusen, Hertha BSC und Frankfurt. Nach drei Abstiegen in Folge mit Hertha, Frankfurt und Samsunspor hofft er gegen Deutschland auf ein Erfolgserlebnis. Seine Botschaft für das Spiel hat er auf seinem rechten Unterarm tätowiert: "Eiskalter Vollstrecker" steht dort in chinesischer Schrift geschrieben.

max/dpa/sid

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