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US-Gesundheitsminister Größter Masernausbruch seit drei Jahrzehnten, Kennedy Jr. in der Kritik

Seit mehr als 30 Jahren wurden in den USA nicht mehr so viele Masernfälle gemeldet wie derzeit. Ärzte werfen Gesundheitsminister Kennedy Jr. vor, die Krankheit lange heruntergespielt zu haben. Erst spät sprach er sich für Impfungen aus.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

Foto: Douglas Christian / ZUMA Press Wire / IMAGO

Angesichts eines massiven Masernausbruchs in den USA steht Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. in der Kritik. Das Land erlebt laut einer Zählung der Johns Hopkins University derzeit die schlimmste Masern-Epidemie seit mehr als 30 Jahren. Seit Beginn des Jahres seien landesweit 1277 bestätigte Fälle der hochansteckenden Krankheit gemeldet worden, teilte die US-Universität am Montag mit. Dies sei die höchste Zahl seit 1992.

In diesem Zusammenhang werfen Ärzte Minister Kennedy Jr. vor, die Gefahr durch Masern lange heruntergespielt und früher Falschbehauptungen über Impfungen verbreitet zu haben. Nach Hunderten Masernfällen im Land sprach sich Kennedy im März dann jedoch für eine Impfung aus.

40 von 50 Bundesstaaten betroffen

Betroffen von dem Masernausbruch sind den Angaben zufolge 40 der 50 US-Bundesstaaten. Am schlimmsten ist es in Texas im Südwesten des Landes, wo mehr als 60 Prozent der Fälle registriert wurden. Es gab in den USA auch schon drei Todesfälle, darunter zwei ungeimpfte Schulkinder.

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, sie können tödlich verlaufen oder bleibende Schäden verursachen. Durch Impfungen galt die Krankheit in den USA und anderen Teilen der Welt lange als nahezu ausgerottet. Zuletzt verzeichneten die Vereinigten Staaten inmitten gewachsener Impfskepsis jedoch einen drastischen Anstieg von Masernerkrankungen.

Kennedy wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, Zweifel an Impfungen zu streuen und insbesondere die Impfkampagne gegen Masern unterwandert zu haben. Er vertrat in der Vergangenheit auch die These, Impfungen riefen Autismus hervor. Dieses Gerücht ist wissenschaftlich widerlegt. Bei einer Senatsanhörung Ende Januar bestritt Kennedy, Impfgegner zu sein.

asc/AFP