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NEU IN DEUTSCHLAND Jürg Federspiel: »Orangen und Tode«.

• aus DER SPIEGEL 11/1962
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Erstlings-Buchtitel des 30jährigen Schweizer Journalisten und Hörspiel -Autors steht für Licht und Schatten. Die Orangen, die ein Mädchen seinem Liebhaber, einem deutschen Deserteur, ans Fenster legt, besagen »keine Gefahr«, verheißen also Leben. Dennoch spielt der Tod in den acht Erzählungen des Debütanten die größere Rolle: Ein Vater verliert seinen einzigen Sohn durch einen Unglücksfall, eine junge Frau stürzt in eine Gletscherspalte, und der Tod eines Fohlens läßt einen Zwölfjährigen zum Zeugen einer ehelichen Auseinandersetzung werden. Die zwischen sachlicher Berichterstattung und kompliziertem Surrealismus schwankende Erzähltechnik Federspiels ist durchaus originell, doch sind einige seiner Geschichten allzu angestrengt in Todesnähe gebracht. (R. Piper Verlag, München; 188 Seiten; 12,80 Mark.)

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