Dortmunds Niederlage beim FC Arsenal: Immer einen Schritt zu spät
Niederlage in London Dortmund enttäuscht beim FC Arsenal
Hamburg - Borussia Dortmund hat zum ersten Mal in dieser Champions-League-Saison verloren. Am fünften Gruppenspieltag verlor die bereits fürs Achtelfinale qualifizierte Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp beim FC Arsenal 0:2 (0:1). Yaya Sanogo (2. Minute) und Alexis Sánchez (57.) trafen für den Klub aus der englischen Premier League.
In der Gruppe D muss der BVB (12 Punkte) am letzten Gruppenspieltag um Platz eins kämpfen. Der FC Arsenal (10) könnte mit einem Sieg gegen Galatasaray Istanbul und einer Dortmunder Niederlage gegen Anderlecht noch vorbeiziehen. "Der Start ins Spiel war denkbar ungünstig", sagte BVB-Coach Klopp: "Die positiven Erkenntnisse sind, dass sich niemand verletzt hat und wir den direkten Vergleich nicht verloren haben."
Klopp änderte sein Team auf vier Positionen im Vergleich zum 2:2 in Paderborn. Dortmund begann mit Ciro Immobile im Sturm, Kevin Großkreutz und Sven Bender liefen im Mittelfeld auf, als linker Verteidiger bekam Marcel Schmelzer den Vorzug vor Erik Durm. Shinji Kagawa saß zunächst nur auf der Bank, Ilkay Gündogan stand erstmals seit dem Finale 2013 wieder in der Startelf bei einer Champions-League-Partie.
Dropkick an die Latte, sehenswertes 2:0
In London dauerte es nicht einmal zwei Minuten, da offenbarte der BVB jene gravierende Defensivschwächen, die man bereits aus der Bundesliga kennt. Nach einem Einwurf für die Gastgeber spielten Santi Cazorla und Sanogo die Dortmunder Innenverteidigung um Matthias Ginter und Neven Subotic mit einem Doppelpass mühelos aus. Am Ende überwand Sanogo Torwart Roman Weidenfeller per Beinschuss aus abseitsverdächtiger Position.
Dortmunds Abwehr blieb, vorsichtig formuliert, unorganisiert - profitierte allerdings davon, dass Arsenal das Tempo nach dem Tor etwas reduzierte und nicht auf die frühe Vorentscheidung drängte. So bekam der BVB im Mittelfeld kurzfristig etwas mehr Kontrolle und den Hauch einer Torchance: Immobile verpasste eine Flanke von Lukasz Piszczek (19.). Henrich Mchitarjan vergab die beste BVB-Gelegenheit vor der Pause, der Armenier scheiterte an Arsenal-Keeper Damián Martínez (39.). Dazwischen dominierten die Gastgeber.
BVB in der Einzelkritik: Ja, wo laufen sie denn?
An der Harmlosigkeit auf dem Platz änderte erst Sánchez wieder etwas: Der Chilene zwang Weidenfeller in der 51. Minute mit einem Schuss zu einer Parade. Zwei Minuten später traf Alex Oxlade-Chamberlain mit einem Dropkick nur die Latte, ehe Sánchez zum verdienten 2:0 traf. Der Stürmer schlenzte den Ball an Weidenfeller vorbei ins Tor. Dortmund spielte spätestens jetzt wie in den schlimmsten Tagen dieser Bundesliga-Saison. "Arsenal war deutlich stärker als im Hinspiel, wir waren nicht so stark, das war heute der Unterschied", sagte Subotic.
Klopp reagierte, brachte kurz darauf Shinji Kagawa und Adrián Ramos für Immobile und Pierre-Emerick Aubameyang. Der Effekt? Nahezu null. Der FC Arsenal verwaltete den Vorsprung und hatte damit bis zum Schlusspfiff überhaupt keine Mühe. Die Borussia war nicht in der Lage zu reagieren. "Ich fand, dass wir in allen Phasen, in denen wir einen Fuß im Spiel hatten, gefährlich waren, aber die Phasen waren zu kurz", befand Klopp, räumte aber ein: "Wir wollten mutiger auftreten, hätten das Tor mehr erzwingen müssen. Da müssen wir uns verbessern."
FC Arsenal - Borussia Dortmund 2:0 (1:0)
1:0 Sanogo (2.)
2:0 Sánchez (57.)
Arsenal: Martínez - Chambers, Mertesacker, Monreal, Gibbs - Arteta (67. Flamini) - Oxlade-Chamberlain (90. Campbell), Ramsey, Cazorla - Sanogo (79. Podolski), Sánchez
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Ginter, Schmelzer - Sven Bender, Gündogan - Mchitarjan, Großkreutz (78. Jojic) - Aubameyang (61. Ramos), Immobile (61. Kagawa)
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 59.902
Gelbe Karten: Arteta - Subotic, Piszczek
Ballbesitz in Prozent: 46 / 54
Schüsse: 9 / 8
Torschüsse: 3 / 4
Gewonnene Zweikämpfe in Prozent: 51 / 49
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