Kongo Zweiter Ebola-Impfstoff im Einsatz

Mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Ebola-Epidemie im Kongo gibt es einen zweiten Impfstoff gegen das Virus. Der Wirkstoff wurde bisher noch nie unter realen Bedingungen getestet.

Ebola-Quarantäne-Station im Kongo (Archivbild)
REUTERS/Zohra Bensemra

Ebola-Quarantäne-Station im Kongo (Archivbild)


In der Demokratischen Republik Kongo kommt ein zweiter Impfstoff gegen das seit mehr als einem Jahr grassierende Ebolavirus zum Einsatz. Der für den US-Konzern Johnson & Johnson produzierte Impfstoff werde in Goma im Osten des Landes verwendet, teilte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) mit.

Innerhalb von vier Monaten sollen demnach 50.000 Menschen in der Millionenstadt damit geimpft werden. Die Wirksamkeit des neuen Impfstoffs wurde laut MSF-Angaben bisher nur in klinischen Tests bestätigt, unter realen Bedingungen wurde er noch nie getestet.

Mehr als 250.000 Menschen sind seit Anfang August 2018 mit einem anderen Mittel des Pharmakonzerns Merck geimpft worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte auf die Einführung eines zweiten Impfstoffs gedrängt. Dieser solle laut MSF nicht den bisherigen Impfstoff von Merck ersetzen, sondern die Behandlungsmöglichkeiten erweitern.

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Ebola im Kongo: Die Bezwinger

Die aktuelle Ebola-Epidemie war am 1. August 2018 ausgebrochen. Es ist bereits die zehnte in dem Land. Betroffen ist vor allem der Osten des Landes, in dem mehrere Milizen aktiv sind und die Arbeit der Helfer erschweren. Im Juli hatte die WHO als Reaktion den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bislang sind bei dem Ausbruch mehr als 3000 Menschen bei dem Ausbruch an Ebola erkrankt, mehr als 2000 sind gestorben.

Das Ebolavirus war erstmals 1976 im Norden der Demokratischen Republik Kongo registriert worden und ist nach einem dortigen Fluss benannt. Die Infizierten leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie an inneren Blutungen und schließlich Organversagen.

kry/AFP/Reuters

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