Myanmar Brandanschlag auf Zentrale von Suu Kyis Partei
Ein Demonstrant zeigt ein Bild der festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi
Foto: SANGZUALA HMAR / EPAIn Myanmar hat das Militär vor gut zwei Monaten die Macht an sich gerissen. In einem Putsch wurde die Partei der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gestürzt, die Landeschefin selbst unter Hausarrest gestellt. Das Militär geht seither mit aller Brutalität gegen Demonstrierende vor. Nun ist in Myanmars größter Stadt Yangon das Hauptquartier von Suu Kyis Partei mit einem Molotowcocktail in Brand gesetzt worden. Das berichten lokale Medien und die Nachrichtenagentur AFP.
Offenbar habe ein Angreifer den Brandsatz am Freitagmorgen gegen 4.00 Uhr Ortszeit auf das Gebäude geworfen, sagte Soe Win von der Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) zu AFP. Anwohner hätten die Feuerwehr verständigt und etwa eine Stunde später sei das Feuer unter Kontrolle gebracht worden, führte der NLD-Vertreter aus.
Demnach wurde nur der Eingangsbereich der Parteizentrale beschädigt. NLD-Mitglieder seien bereits vor Ort, um den Schaden zu begutachten. »Wir müssen eine Anzeige bei der Polizei erstatten«, sagte Soe Win. »Wir wissen nicht, wer das getan hat, aber es ist überhaupt nicht gut.«
Mehr als 280 Tote, 2600 Inhaftierte
In Myanmar hatte das Militär am 1. Februar gegen die NLD geputscht. Die Machtübernahme beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land unter Federführung der NLD. Die Junta sieht sich seitdem massiven Protesten gegenüber und reagiert mit harter Gewalt gegen Demonstranten.
Bei Protesten wurden bislang mehr als 2600 Menschen festgenommen. Nach Angaben myanmarischer Menschenrechtsaktivisten wurden bereits mehr als 280 Menschen getötet. Die Junta beziffert die Zahl der Toten auf 164 und bezeichnet die Opfer als »gewaltsame Terroristen«.
Die nun beschädigte NLD-Zentrale war in den ersten Wochen nach dem Militärputsch Schauplatz von Demonstrationen gegen den Umsturz. Der Brandanschlag auf das Gebäude ereignete sich am Tag vor dem Tag der Armee in Myanmar, an dem das Militär mit seiner jährlichen Parade Stärke demonstrieren will. Beobachter befürchten eine Eskalation der Konfrontation zwischen dem Militär und seinen Gegnern.