Wasserwerfer und Pfefferspray Polizei stoppt Anti-G20-Demo "Welcome to Hell"

Schwere Ausschreitungen bei einer Kundgebung gegen den G20-Gipfel: Die Polizei trat massiv auf, setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Autonome und Protestierer flüchteten teilweise panisch vor den Beamten, es gab Verletzte, Flaschen und Steine flogen.

KOALL/EPA/REX/Shutterstock

Bei der "Welcome to Hell"-Kundgebung gegen den G20-Gipfel ist es am Donnerstagabend zu massiven Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Hunderte Vermummte hatten sich unter die Demonstranten gemischt - was die Polizei nicht duldete.

Sie stoppte den Zug um 19.10 Uhr, eine halbe Stunde später setzten die Beamten Pfefferspray sowie mehrere Wasserwerfer ein. Sanitäter behandelten Verletzte. Über den Platz zogen Rauchschwaden.

Die Polizei sagte, man habe versucht, den schwarzen Block der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen. Polizeisprecher Timo Zill erklärte, man werde Vermummungen nicht dulden. Solange diese nicht abgelegt würden, dürfe der Zug nicht weiterziehen. (Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in unserem G20-Newsblog).

Die Polizei hatte alle friedlichen Demonstranten dazu aufgerufen, sich von den Vermummten räumlich zu distanzieren. Sie sprach von einer aggressiven Stimmung. Später flogen Flaschen, es wurde Feuerwerk gezündet. Die Polizei hatte mit bis zu 8000 gewaltbereiten Demonstranten gerechnet.

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G20-Gipfel: Polizei stoppt Demonstration

SPIEGEL-Reporter vor Ort beobachteten, wie massiv die Polizei von Beginn an auftrat. Dem Demonstrationszug stellten sich sehr schnell mehrere Wasserwerfer entgegen, zugleich wurden Zugriffseinheiten der Bereitschaftspolizei zusammengezogen. Zwar legten zahlreiche Autonome ihre Vermummungen nach entsprechenden Aufforderungen der Einsatzkräfte ab. Jedoch kamen nicht alle Maskierten dem nach. Daraufhin rückte die Staatsmacht überaus robust vor. Autonome und Protestierer flüchteten teilweise panisch vor den Beamten, es gab Verletzte, Flaschen flogen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein.

"Das war ganz bestimmt nicht rechtmäßig", sagte Matthias Wisbar vom anwaltlichen Notdienst über das Eingreifen der Polizei am Fischmarkt. "Nach übereinstimmenden Berichten ging von den Demonstranten keine Gewalt aus."

Um 20.12 Uhr twitterte die Polizei, der Anmelder habe den Aufzug für beendet erklärt. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie sich der Demonstrationszug zerstreute. Einzelne Gruppen begannen damit, auf den Straßen in der Umgebung Barrikaden zu errichten, es flogen Steine, Flaschen, Autos wurden angezündet. Die Polizei zog daraufhin im großen Maßstab Einsatzkräfte zusammen.

Am Hamburger Fischmarkt hatte es am Nachmittag zunächst Musik und Redebeiträge gegeben. Die Demonstration sollte vom Fischmarkt über die Reeperbahn bis etwa 300 Meter an die Messehallen heran gehen. Keine andere Demonstration darf dem dortigen G20-Tagungsort näher kommen.

Anders als für andere Veranstaltungen hatte die Polizei für "Welcome to Hell" ("Willkommen in der Hölle") keine Auflagen erlassen. Anmelder Andreas Blechschmidt vom linksautonomen Kulturzentrum Rote Flora warf Innenbehörde und Verfassungsschutz dennoch vor, "eine massive Kampagne" gegen Demonstranten zu führen.

Auch Polizei-Pressesprecher Zill wurde angegriffen. Er flüchtete sich laut Polizei in einen Rettungswagen. Die Täter versuchten demnach, die Tür des Rettungswagens aufzureißen und auf diesen eingeschlagen. Der Wagen fuhr schließlich mit Blaulicht davon, der Beamte blieb unverletzt.

cte/jdl/dpa/AFP



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