Zum Inhalt springen

Leck am Raumschiff Russland schickt Rakete für Rettungsaktion im All

Weil ihre Sojus-Kapsel kaputt ist, sitzen drei Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation ISS fest. Nun gibt es einen Plan für den Rückflug – doch es dauert noch etwas.
Diese Aufnahme zeigt, wie Kühlflüssigkeit entweicht
Diese Aufnahme zeigt, wie Kühlflüssigkeit entweicht

Diese Aufnahme zeigt, wie Kühlflüssigkeit entweicht

Foto: NASA / AFP

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat eine Rettungsaktion für mehrere Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS angekündigt. Eigentlich sollten drei Raumfahrer mit der Sojus-Kapsel auf die Erde zurückkehren, die sie ins All gebracht hatte. Doch diese hat ein Leck und könnte deshalb zur Todesfalle werden .

Seit Wochen überlegen Experten, wie sie die Raumfahrer nach Hause bringen können. Die Nasa hatte sich auch über eine mögliche Rettung beim Raumfahrtunternehmen SpaceX informiert. Nun ist jedoch klar: Russland wird die Rettung übernehmen.

Rettung kommt am 20. Februar

Eine andere Sojus-Rakete wird planmäßig am 20. Februar zur ISS fliegen, um die zwei russischen Kosmonauten und einen US-Astronauten zur Erde zurückzubringen, teilte Roskosmos am Mittwoch mit. Das Raumschiff mit dem Leck soll demnach ohne Besatzung zurückfliegen.

Das Leck war im Dezember entdeckt worden. Der Schaden an der Sojus MS-22 ist laut Roskosmos auf den Einschlag eines kleinen Meteoriten zurückzuführen, der ein Loch im Kühlsystem von weniger als einem Millimeter Durchmesser verursacht habe.

Aufnahmen der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten, wie weiße Partikel – offenbar die Kühlflüssigkeit – wie Schnee aus dem Raumschiff austraten. Die russische Raumfahrtbehörde versicherte, dass die Probleme nicht durch einen technischen Defekt entstanden seien. Ohne die Kühlung würde es für die Raumfahrer bei ihrer Rückreise womöglich lebensgefährlich heiß im Raumschiff. Deshalb muss Ersatz her.

DER SPIEGEL

Ursprünglich sollten die russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew und Dmitri Petelin sowie ihr US-Kollege Frank Rubio mit der MS-22 zurück zur Erde fliegen. Nun sollen die seit September auf der ISS stationierten Raumfahrer stattdessen von der MS-23 abgeholt werden. Den Hinflug zur ISS absolviert die Sojus-Rakete nach Roskosmos-Angaben am 20. Februar unbemannt, sie nimmt lediglich Material an Bord.

Mission wird verlängert

Die Rettungsaktion bringt den Zeitplan der russischen Raumfahrtbehörde durcheinander. Ursprünglich sollte die MS-23 erst am 16. März zur ISS fliegen und dabei drei Raumfahrer mitnehmen. Wann genau das Raumschiff Prokopjew, Petelin und Rubio zurück zur Erde bringen soll, wurde nicht mitgeteilt. Es hieß lediglich, dass ihre Mission »verlängert« werde.

Roskosmos und Nasa hatten zunächst versichert, dass das Leck in der Sojus-Rakete keinerlei Gefahr für die ISS-Besatzung darstelle. Da die MS-22 defekt ist, steht für die derzeit sieben Besatzungsmitglieder der Raumstation allerdings nur ein Raumschiff mit vier Plätzen bereit. Im Falle eines Notfalls, der eine Evakuierung der ISS notwendig macht, müssten die Raumfahrer daher derzeit eventuell auch auf das Raumschiff mit dem Leck zurückgreifen.

Mehr zum Thema

Seit dem Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar vergangenen Jahres ist der Weltraum einer der wenigen Bereiche, in denen Russland und die USA noch zusammenarbeiten. Die ISS ist seit 1998 in Betrieb.

koe/AFP