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Merkels missglückter Neustart Union sackt in Umfrage auf neues Tief

Angela Merkel hatte sich nach der Sommerpause viel vorgenommen, doch beim Wähler kommt die Offensive der Kanzlerin nicht an. Im Gegenteil: Die Union fiel in der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen auf 31 Prozent - das ist der schlechteste Wert seit Start des "Politbarometers" vor mehr als 30 Jahren.
Angela Merkel: Schwarz-Gelb käme zurzeit nur auf 36 Prozent
Angela Merkel: Schwarz-Gelb käme zurzeit nur auf 36 Prozent

Angela Merkel: Schwarz-Gelb käme zurzeit nur auf 36 Prozent

Foto: ERIC FEFERBERG/ AFP
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Berlin - Nach der Sommerpause sollte alles besser werden: "So wie es war, kann und darf es nicht bleiben", kündigte Angela Merkel an. Angesichts der permanenten Reibereien innerhalb der Koalition und der Union versprach sie: "Ich als Bundeskanzlerin bin natürlich in hohem Maße dafür verantwortlich und werde auch alle meine Kraft dafür einsetzen." Es müsse "deutlich erkennbar werden, wo geht die Reise hin".

Doch die Reise geht zumindest für ihre Union bei den Wählern nicht dahin, wo die Regierungschefin sie sehen will. Denn ein Jahr nach dem Sieg von CDU/CSU und FDP bei der Bundestagswahl befindet sich Schwarz-Gelb in einem Rekordtief. Das ergab die neue Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-"Politbarometer".

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU demnach auf 31 Prozent (minus eins), die FDP unverändert auf fünf Prozent. Dieses Ergebnis ist nach ZDF-Angaben der schwächste Wert für Schwarz-Gelb in dieser Legislaturperiode und der schlechteste für CDU/CSU in der Geschichte des "Politbarometers".

Die SPD (minus eins) liegt mit 30 Prozent nur noch einen Punkt hinter der Union. Die Linke kam auf neun Prozent (minus eins). Die Grünen setzten ihr Umfragehoch dagegen auch beim "Politbarometer" fort und sind beim Wähler so beliebt wie noch nie. Sie verbesserten sich auf 19 Prozent (plus zwei). Sonstige Parteien zusammen lägen bei sechs Prozent (plus eins). Rot-Rot-Grün hat damit derzeit 58 Prozent der Wähler hinter sich, Schwarz-Gelb nur 36 Prozent.

Eine klare Mehrheit der Bevölkerung (60 Prozent) ist laut ZDF weiterhin mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden. Lediglich 34 Prozent sagen, Schwarz-Gelb regiere eher gut. Zu Beginn dieser Koalition - im November 2009 - meinten noch 50 Prozent, die Regierung mache ihre Arbeit eher gut (30 Prozent: eher schlecht). Allerdings hatten auch die erste rot-grüne Bundesregierung (1998/99) und die große Koalition (2005/06) in ihrem ersten Regierungsjahr ähnliche Ansehensverluste hinnehmen müssen.

In der eher kurzfristigen "politischen Stimmung" kommen CDU und CSU auf 31 Prozent (minus zwei Punkte), die FDP erreicht vier Prozent (plus eins). Die SPD kommt auf 32 Prozent (minus eins), während sich die Grünen deutlich auf 22 Prozent (plus fünf) verbessern und die Linke nur noch sieben Prozent (minus drei) erreicht.

Die Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker wird weiterhin von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angeführt. Er kommt nach Sympathie und Leistung auf der Skala von plus fünf bis minus fünf auf einen Durchschnittswert von unverändert 2,1. Auf Platz zwei steht wieder Frank-Walter Steinmeier mit 1,4 (zuletzt 1,3) vor Ursula von der Leyen mit 1,1 (1,3).

In einer Umfrage von Forsa Mitte der Woche hatte Rot-Grün die absolute Mehrheit erreicht, die Grünen lagen erstmals gleichauf mit der SPD. Die Union erreichte in dieser Umfrage sogar nur 29 Prozent.

als/dpa/Reuters