Oldtimer-Grandprix Das langsamste Rennen der Welt
Strafzettel wegen zu hoher Geschwindigkeit werden sich die Fahrer wohl nicht einhandeln. 39 Wagen, alle über hundert Jahre alt, starten am Mittwoch im südwestfranzösischen Bordeaux und sollen nach 600 Kilometern in Paris eintreffen - allerdings erst am Sonntag.
Organisiert hat das Rennen Robert Panhard, ein Urenkel des gleichnamigen französischen Autopioniers. Der 60-Jährige geht mit einem 1892 gebauten Panhard Levassor an den Start: "Es ist das älteste, noch fahrende Auto der Welt", sagte Panhard. "Ich will mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern fahren." Panhards Wagen hat - wie die meisten in dem "Rennen" - noch kein Lenkrad, sondern einen Steuerknüppel.
Das neueste Auto stammt laut den Organisatoren aus dem Jahr 1904. Neben frühen Peugeot- und Renault-Modellen nehmen auch längst vergessene Marken wie De Dion, Bouton oder Berliet teil. Am Steuer sitzen Oldtimer-Liebhaber aus Frankreich, Großbritannien, Belgien, der Schweiz, den Niederlanden sowie aus den USA und Australien. Am Start ist wie damals auch ein dampfbetriebenes Fahrzeug, das aber schon beim Original-Rennen vor 112 Jahren keine Chance mehr gegen die aufstrebende Benziner-Konkurrenz hatte.
Bei dem historischen Rennen von 1895 mussten die Teilnehmer noch die doppelte Strecke, also 1200 Kilometer, nach Paris und wieder zurück hinter sich bringen. Schnellstes Auto war seinerzeit ein Panhard Levassor, der zeitweise auf damals unglaubliche 45 Stundenkilometer kam. Von 20 Fahrzeugen - darunter drei benzingetriebene Fahrräder - kamen nur neun ins Ziel. Nur eines von drei Dampf-Autos hielt durch und rollte als letztes mit zwei Tagen Verspätung in Bordeaux ein. Auch ein Elektroauto nahm teil. Der Jeantaud machte aber schon nach der Hälfte der Strecke schlapp.
hil/afp