Busunglück II Ursache des Münchner "Todeskraters" geklärt

Ein Gutachten hat ergeben, daß nicht erkennbare Sandrisse im Boden zu dem schlagartig auftretenden Krater führten, in dem ein Linienbus stürzte. Bei dem Unglück vor fast fünf Jahren kamen drei Menschen ums Leben, 36 wurden verletzt.

München - Aufgrund des Gutachtens seien die Ermittlungen gegen Unbekannt wegen möglicher Planungsfehler beim Bau einer U-Bahn-Linie eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft München I am Montag mit.

Am Abend des Unglückstages war es beim U-Bahn-Bau unter Tage plötzlich zu einem starken Wasser- und Kieseinbruch gekommen. Dadurch entstand an der Erdoberfläche ein rund 150 Quadratmeter großer und zehn Meter tiefer Krater, in den Teile der Fahrbahn einbrachen. Der Bus stürzte am 20.September 1994 in Sekundenschnelle mit dem Heck in das Loch. Zwei Fahrgäste und ein Bauarbeiter kamen dabei ums Leben, 34 Businsassen und zwei Bauarbeiter wurden zum Teil schwer verletzt.

Dem Gutachten zufolge haben die "nicht erkundbaren" Sandrisse die wasserundurchlässige Mergelschicht rund um die Einbruchstelle netzartig durchzogen. Die Risse seien definitiv nicht durch die Tunnelarbeiten für die U-Bahn entstanden. Sie seien weder bekannt noch erkennbar gewesen, da es sich um eine geologische Sonderformation handle, "die vorab auch nicht aufklärbar war".

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