Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 39 / 113

DEUTSCHE BÖRSE Revolution im Aufsichtsrat

aus DER SPIEGEL 16/2005
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der britische Hedgefonds TCI strebt eine Revolution im Aufsichtsrat der Deutschen Börse an. »Das Vertrauen ist einfach nicht mehr vorhanden«, sagt Friedrich Merz, der TCI-Anwalt und frühere Vorsitzende der CDU-Bundestagsfraktion. Mindestens vier Aufsichtsräte, darunter der Aufsichtsratschef Rolf Breuer, müssten vorzeitig zurücktreten. »Wir geben uns nicht mehr mit Placebos zufrieden«, heißt es bei dem Fonds, der rund acht Prozent der Aktien hält. Seit Börsenchef Werner Seifert zwei Stunden nach einem Treffen mit den TCI-Vertretern Merz, Christopher Hohn und Lord Rothschild einen offenen Brief an den TCI-Chef lancierte, fühlen sich die Investoren »vorgeführt«. Der Aufsichtsrat, der allerdings bis zum Frühjahr 2006 gewählt wurde, spiegelt nach Auffassung von TCI-Chef Hohn nicht mehr die neue Aktionärsstruktur mit vielen kritisch eingestellten Investoren wider. Er ist optimistisch, dass sich auf der nächsten Hauptversammlung eine Mehrheit gegen Breuer aussprechen wird, hofft aber auf dessen vorzeitigen Rücktritt. Als Interimslösung können sich die Angelsachsen das Aufsichtsratsmitglied Friedrich von Metzler vorstellen. Neben Merz wurden renommierte Banker wie der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer oder WestLB-Chef Thomas Fischer gefragt, ob sie in einen neuen Aufsichtsrat der Börse eintreten wollen. Alle drei sind allerdings nicht bereit, in einer Kampfkandidatur gegen Breuer anzutreten.

Zur Ausgabe
Artikel 39 / 113