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Baustellenpause nach Generalsanierung Bahn wird Versprechen bei großen Baustellen wohl nicht einhalten

Lange Sperrung, dann ist Ruhe: Mit solchen Generalsanierungen wichtiger Strecken will die Bahn ihr marodes Schienennetz in Ordnung bringen. Doch mit den Ausfällen dürfte dann längst nicht Schluss sein.
Zug auf der generalsanierten Riedbahnstrecke
Zug auf der generalsanierten Riedbahnstrecke

Zug auf der generalsanierten Riedbahnstrecke

Foto: Andreas Arnold / dpa

Die Deutsche Bahn wird ein zentrales Versprechen bei den sogenannten Generalsanierungen ihrer wichtigsten Strecken in einigen Fällen nicht einhalten. Zuletzt hatte die Bahn versprochen, dass nach einer solchen Baumaßnahme mit monatelanger Totalsperrung fünf Jahre lang nicht erneut auf den Strecken gebaut wird. Offenbar plant die Bahn aber bereits zahlreiche Sperrungen noch vor Ablauf dieser fünf Jahre.

Ein Grund dafür ist nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa die Leit- und Sicherheitstechnik. Sofern noch nicht geschehen, werden die Strecken bei einer Generalsanierung mit elektronischen Stellwerken ausgestattet. Eigentlich soll die Inbetriebnahme am Ende der Bauzeit erfolgen. Für einige Strecken hat die Bahn der Branche aber nun mögliche Baustellen angemeldet, um die Inbetriebnahme erst einige Monate später vorzunehmen.

Eine spätere Inbetriebnahme der elektronischen Stellwerke dürfte jeweils zu rund einer Woche mit neuen Einschränkungen für die Reisenden führen – sofern dann alles wie geplant funktioniert. Die Bahn muss die Branche über solche Baupläne informieren, auch wenn sie sich schlussendlich für eine andere Lösung entscheidet.

Laut dpa wurden auch einige Baumaßnahmen angemeldet, die zu deutlich längeren Sperrungen führen könnten. Auf Anfrage hieß es von der Deutschen Bahn, dass regelmäßige Instandhaltungsarbeiten ebenso durchzuführen seien wie die kontinuierliche Pflege und der Rückschnitt der Vegetation entlang der Strecken. »Gleichzeitig sind Sperrpausen möglich, um Neu- und Ausbauprojekte, die an einen generalsanierten Streckenabschnitt angrenzen, wie geplant umzusetzen«, sagte ein Bahn-Sprecher.

Generalsanierungen bis 2036 auf rund 40 Strecken

Ursprünglich war von acht bis zehn Jahren Baufreiheit die Rede, was dann auf fünf Jahre verkürzt wurde. Als das Konzept der Generalsanierungen vorgestellt wurde, sollte jede Baumaßnahme etwa ein halbes Jahr lang dauern – auch dieser Plan konnte nicht eingehalten werden. Für die Strecke Hamburg-Berlin braucht die Bahn beispielsweise neun Monate. Statt wie ursprünglich geplant 2031 wird die letzte Generalsanierung nach aktuellem Stand 2036 erfolgen.

Mit den Generalsanierungen will die Bahn rund 40 besonders wichtige Strecken modernisieren. Das Schienennetz ist marode und ein Hauptgrund für die vielen Verspätungen im Fernverkehr, die Generalsanierungen sollen der Befreiungsschlag für die Bahn sein.

Anmerkung der Redaktion: Eine Formulierung über die Pläne der Bahn auf den frisch sanierten Strecken wurde nachträglich konkretisiert. In einer früheren Version des Textes hieß es, die Bahn »erwäge zahlreiche Baustellen«, nun schreiben wir: »...plant die Bahn aber bereits zahlreiche Sperrungen noch vor Ablauf dieser fünf Jahre«.

mamk/dpa-AFX