Sicherheit durch Reifen Geniales Gummi

Der BMW 3er aus den Neunzigerjahren mit den neuesten Winterreifen tritt gegen den modernen BMW 1er an. Der 1er ist mit Reifen ausgestattet, die dem Stand der Technik von vor 15 Jahren entsprechen.

Trotz fehlender Fahrassistenzsysteme wie ABS oder ESP meistert das zwanzig Jahre alte Auto den Schneeparcours in Bestzeit. Nach 55 Sekunden ohne Ausrutscher ist das Ziel erreicht.

Trotz neuester Technik an Bord hält sich das moderne Auto kaum in der Spur. Die 15 Jahre alte Gummimischung war damals das Nonplusultra. Heute sollte man sich damit nicht mehr auf die Straße wagen.

Continental-Chef-Entwickler Holger Lange weiß, worauf es bei Reifen ankommt. Etwa drei bis vier Jahre Entwicklungszeit benötigen er und sein Team für einen neuen Reifen.

Das Profil ist bei modernen Reifen nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllt einen wichtigen Zweck. Es hält unter anderem das Auto stabil in der Spur, verhindert Aquaplaning und sorgt für ausreichend Grip.

Die meisten Innovationen in der Reifenindustrie entstehen im Chemielabor. Dort werden immer neue Materialien und Technologien entwickelt, die den Reifen besser machen sollen. Rund 1500 Stoffe haben die Experten dafür in ihrem Chemiebaukasten.

Bei der Gestaltung des Profils ist jeder Millimeter durchdacht. Profilblöcke und Lamellen sorgen für den nötigen Halt in Kurven oder genügend Haftung beim Beschleunigen oder Bremsen.

Ein Entwickler erklärt, welchen Einfluss ein abgefahrenes Profil auf die Bremswirkung hat. Bei neuen Reifen mit etwa acht Millimetern Profiltiefe entfaltet sich die volle Bremswirkung. Bei zwei Millimetern Profiltiefe fällt der Wert auf unter 60 Prozent. Auf die gesetzlich vorgeschriebenen 1,6 Millimeter Mindesttiefe sollten sich Autofahrer also besser nicht verlassen.

Hochentwickelte Sicherheitssysteme werden das Auto schon in der Spur halten, denken viele Autofahrer. Dieser Test beweist das Gegenteil. Während eine Landung im Tiefschnee auf dem abgesperrten Parcours kein Problem ist, könnte das im Straßenverkehr üble Folgen haben.

Kautschuk ist der Ausgangsstoff für die Reifenproduktion. Erst durch die Beimischung anderer Stoffe wie Silica und Ruß, sowie gezielte chemische Modifikation und Vulkanisierung im Ofen, wird aus dem Naturkautschuk später ein brauchbarer Reifen.

Der Reifen ist der einzige Kontakt zur Straße und ohne ihn würden Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP keine Wirkung entfalten. Viele Autofahrer kümmert das offenbar nicht, wenn sie sich für qualitativ minderwertige Pneus entscheiden.

Goodyear stellte auf dem Genfer Autosalon einen kugelrunden Reifen vor. Magnetschwebetechnik und ein Sensor im inneren sollen künftig für mehr Sicherheit im Verkehr sorgen, einen höheren Fahrkomfort und weniger Geräuschentwicklung. Zudem soll der Fahrer das Auto mit dem Kugel-Reifen in alle Himmelsrichtungen, also auch seitwärts, manövrieren können.